Zum Inhalt springen

International Libanesische Regierung beschliesst Aktionsplan gegen Abfall

In Libanon ist eine Lösung des Abfallproblems in Sicht. Die Regierung hat einem Abkommen zugestimmt, das vorsieht, dass die Müllentsorgung in Zukunft auf kommunaler Ebene organisiert werden soll. Ausserdem sollen zwei neue Mülldeponien entstehen.

Ein Mann stampft Abfall in einer Mülltonne zusammen.
Legende: Die Abfallberge in Beirut könnten bald verschwinden: Die Regierung hat eine Lösung präsentiert. Keystone

Nach wochenlangen Protesten der Bevölkerung hat die libanesische Regierung einen Aktionsplan gegen die durch die Schliessung der grössten Deponie des Landes verursachte Abfallkrise beschlossen. Kernstück ist die Eröffnung zweier neuer Müllkippen.

Zudem solle die Verantwortung für die Verwaltung von Müllkippen an die jeweiligen Städte und Gemeinde übergeben werden. Die Einigung erfolgte nach sechsstündigen Beratungen des Kabinetts, die von neuen Protesten in Beirut begleitet wurden.

Im Libanon war Mitte Juli nahe der Hauptstadt Beirut die grösste Abfalldeponie des Landes geschlossen worden. Um die Situation zu entspannen, soll die Kippe nun für eine Woche wieder geöffnet werden, so dass Beirut und die Vororte ringsum schnell von den Abfallbergen befreit werden könnten.

Abfallkrise wird zu Staatskrise

Die Proteste gegen die Abfallkrise haben sich allerdings längst zu einer umfassenden Staatskrise ausgeweitet. Zehntausende Libanesen schlossen sich den Protesten an, die unter dem Motto «Ihr stinkt» stehen. Sie fordern nicht nur eine Lösung für das Abfallproblem. Sie wollen auch ein Ende der Korruption und der Misswirtschaft sowie Verbesserungen bei der Infrastruktur des Landes wie der Strom- und Wasserversorgung. Allgemeine Unzufriedenheit herrscht zudem über die schlechte Wirtschaftslage im Libanon.

Der Libanon steckt schon seit längerem in einer tiefen politischen Krise. Das Parlament ist tief gespalten zwischen einem von den USA und Saudi-Arabien unterstützten Lager um den sunnitischen Ex-Ministerpräsidenten Saad Hariri und einem von der schiitischen Hisbollah angeführten Block, der unter anderem vom Iran und Syrien unterstützt wird. Das Amt des Staatsoberhaupts ist seit mehr als einem Jahr unbesetzt. Die Wahl eines neuen Präsidenten scheiterte mehrfach.

4 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Keller (MK)
    Wartet noch zwei/drei Jahre. Dann sieht es in der Schweiz ähnlich aus. Man muss nur genau beobachten, was heute am Strassenrand (fällt nicht einfach vom fahrenden Last-/Lieferwagen), in den Feldern und im Wald bereits herumliegt. Zum Schaden der Tier-und Pflanzenwelt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Die Lage wäre hier nicht viel besser, wenn die CH 3-4 Millionen Flüchtlinge aufgenommen hätten. Das ist nämlich das Equivalent wenn man BIP/Bevölkerungsgrösse heranziehen würde. Neben den anderen regionalen Besonderheiten und der Instablität der Region schlagen sich die Libanesen aber recht gut.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Man muss denen nur den WERT von Abfall aufzeigen... mit Abfall werden viele Menschen REICH... im wahrsten Sinne des Wortes..."Stink-Reich"!!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen