Lieberman plädiert auf nicht schuldig

Israels Ex-Aussenminister Avigdor Lieberman steht wegen Betrugs und Vertrauensbruchs in Jerusalem vor Gericht. Der Vorsitzende der ultrarechten Partei Israel Beitenu streitet die Vorwürfe ab.

Avigdor Lieberman

Bildlegende: Lieberman weist die Vorwürfe weit von sich. Keystone

Im Zentrum der Anklage steht der frühere Botschafter Seew Ben Arie. Der Diplomat soll Lieberman vor einigen Jahren geheime Informationen über eine Untersuchung wegen Korruption zugesteckt haben, die in Weissrussland gegen ihn lief.

Die Staatsanwaltschaft wirft Liebermann vor, dass er – als er später zum Aussenminister ernannt wurde – seinen Informanten zum Dank zum Botschafter in Lettland berief.

Ben Arie sei von ihm weder befördert worden. Noch habe er irgendwelche Vorteile genossen, bestritt Liebermann vor Prozessbeginn die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.

Verurteilung ist Ende der Polit-Karriere

Ein Hauptzeuge der Anklage ist Liebermans ehemaliger Stellvertreter. Es handelt sich um den scheidenden Vize-Aussenminister Danny Ajalon.

Lieberman war im Dezember 2012 von seinen Ämtern als Aussenminister und stellvertretenden Regierungschef zurückgetreten – obwohl er keine Straftat begangen habe, betonte der 54jährige. Von dem Urteil hängt auch ab, ob Lieberman in ein Regierungsamt zurückkehren kann

Wer ist Lieberman?

Lieberman gilt nicht als feinfühliger Politiker. Der 54jährige nimmt für gewöhnlich kein Blatt vor den Mund. So hält der Ex-Chefdiplomat einen umfassenden Friedensvertrag mit den Palästinensern schlicht für unmöglich. Der Konflikt lasse sich bestenfalls verwalten, sagt er. Lieberman wohnt in der israelischen Siedlung Nokdim im Westjordanland.