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Der Neue im Porträt Links? Rechts? Macron!

Der 39-jährige Emmanuel Macron gewinnt Frankreichs Schicksalswahl. Porträt eines Unabhängigen.

Legende: Video Philosoph und Investmentbanker abspielen. Laufzeit 1:02 Minuten.
Aus SRF News vom 07.05.2017.
  • Der 39-Jährige ist der erste Präsident Frankreichs, der nicht für eine der beiden grossen Parteien, Konservative und Sozialisten, angetreten ist.
  • Auch ist der ehemalige Wirtschaftsminister der Regierung Hollande noch nie in ein offizielles Amt gewählt worden. Wer also ist der Mann, der Frankreich fünf Jahre lang führen soll?

Partei: Hinter Macron steht die von ihm 2016 gegründete politische Bewegung «En Marche!». Einen klassischen Parteiapparat hat er bis heute nicht. Er führt sein Wahlkampfteam wie ein Start-up-Unternehmen. «Wir müssen einen anderen Weg gehen, weil wir jene zusammenbringen wollen, die genug haben von Versprechen, die nie eingehalten werden», sagte er im Sommer vor seinen Anhängern. Getragen von Meinungsumfragen, die ihm grosse Popularität im Land zusprechen, schickte Macron daraufhin seine Anhänger auf die Strasse und von Tür zu Tür, um des Volkes Puls zu nehmen.

Linie: Macron ist unkonventionell, er will «weder rechts noch links» sein. Er gilt als Mitte-links-Politiker, seine Ausrichtung ist sozialliberal. Er wurde noch nie in ein Amt gewählt. Er will Staatsausgaben kürzen und 120'000 Beamtenstellen streichen. Und er will ein Investitionsprogramm im Umfang von 50 Milliarden Euro umsetzen. Das meiste davon ist für eine Energiewende und für Bildung vorgesehen. Am aktuellen Flüchtlingskurs will er festhalten, ebenso am Rentenalter von 62 Jahren.

Legende: Video Wer ist Emmanuel Macron? abspielen. Laufzeit 52:00 Minuten.
Aus DOK vom 05.05.2017.

Haltung zu Europa: Macron tritt für Europa und damit auch für eine enge Partnerschaft mit Deutschland ein. «Ich habe Europa im Herzen», lautet sein Motto. Das machte ihn zum prominentesten Widersacher der europafeindlichen Rechtspopulistin Marine Le Pen. Unter seiner Ägide soll Frankreich den Stabilitätspakt befolgen und sich mehr in die EU integrieren, vor allem in Verteidigungsfragen.

Herkunft: Der Arztsohn aus der nordfranzösischen Stadt Amiens ist studierter Philosoph. Zu seinen Hobbys zählen Klavierspielen, Kickboxen und Tennis. Bis 2012 war Macron Investmentbanker bei Rothschild & Cie. Dann holte ihn Präsident François Hollande als Berater in den Elyséepalast. Von 2014 bis 2016 war Macron Wirtschaftsminister.

Privates: Verheiratet seit 2007 mit Brigitte Macron (64). Er kennt sie seit seiner Schulzeit, sie war damals seine Französischlehrerin. Sie hat drei Kinder aus erster Ehe, zwei davon älter als Macron.

Das sagt SRF-Korrespondent Charles Liebherr:

Macron positioniert sich anders als andere Mitte-Kandidaten, und das ist derzeit in Frankreich bereits ein Programm. Die Rechten und die Linken haben eher extreme Vertreter innerhalb ihres Lagers portiert. «Le Monde» titelt bereits, Macron versuche ein skandinavisches Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell zu importieren. Das trifft wohl ziemlich genau zu: Er sucht auf beiden Seiten Allianzen und setzt auf die Reformkräfte im Land. Mit dieser Position kann er tatsächlich eine Alternative zu den anderen Kandidaten anbieten. Und das kommt gemäss den Umfragen beim Wahlvolk auch an.

Die 5 jüngsten Staatsoberhäupter Frankreichs

Name
Alter bei Amtsantritt
Jahr
Napoléon I.34
1804
Emmanuel Macron
39
2017
Louis
Napoléon Bonaparte
40
1848
Marie François Sadi Carnot
41
1887
Napoléon III.
44
1852

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10 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Auf alle Fälle regiert jetzt in Frankreich die erste Frau & diese ist die Frau von Macron. Er ist nur ihr Produkt, wird also hinter den Kulissen wohl eher nur der First-Men seiner Präsidentin sein.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    1 Minute nach den ersten Hochrechnungen, wenn man genau hinschaust und -hörst, weiss man das es schon wieder in der falschen Richtung weitergeht. Dabei geht es nicht um die Person die gewählt wurde oder die die man nicht gewählt hat, sondern wie man ein Wahl Resultat beschönigt dem Wähler vorführt. Tatsache ist Frau Le Pen hat nur ca. 23% der Stimmen bekommen und Macron ca. 41%, geschickt werden aus dem Resultat die ungültigen oder leeren Wahlzettel herausgefiltert. Das nennt man Schönfärben!
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  • Kommentar von Dominic Aerni (Dominic Aerni)
    Ich finde es absolut krass, dass die Kommentarschreiber hier sich ernsthaft überlegt haben, dass Le Pen gewählt werden könnte/sollte. Es wäre verheerend für Europa gewesen. Wie kann man nur so denken...
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    1. Antwort von Stanic Drago (Putinversteher)
      Willen Bewölkerung in EU zusein war am grösste während Schröder, Chirac Zeit. Seit dem, wählen EU Bürger immer EU Befürworter aber Willen in EU zu bleiben mit jeden Tag sinkt. À.Merkel geht wie grösste EU Befürworter, aber wegen ihr ist vielen Britten, Griechen, Französen... Lust an EU vergangen. Macaron ist unfähige Populist und wird vielen Französen Lust an EU weg nehmen. Arbeiterklasse wird nicht von einen Bankier vertreten. PS. Ich bin kein Le Pen Sympathisant.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Nun, dasselbe hat man auch bei einer Wahl von Trump behauptet. Er wurde gewählt & so verheerend ist es bis heute für Amerika, genauso wie für Europa orakelt geworden ist nicht. Und Macron ohne Partei ist, wird es für ihn umso schwerer werden, Mehrheiten für seine Vorhaben zu gewinnen. Viel Widerstand wie bei Trump ist da vorprogrammiert & er wird oft scheitern, was den Franzosen dann gar nicht gefallen wird.
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