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International «Liste der Schande»: UNO-Report über Kinder im Krieg

Auch Schulen werden immer öfter Ziel von Angriffen in Kriegen, stellt die UNO in einem neuen Report fest. Es gebe in einzelnen Ländern «dramatische Verschlechterungen» der Situation, etwa in Syrien und in Mali.

Im Vordergrund rennen zwei Kinder, im Hintergrund brennen Autos
Legende: Somalische Kinder unter Feuer: Andernorts werden sie gefoltert, vergewaltigt und als Soldaten rekrutiert, so die UNO. Reuters/Archiv

In Mali zwingen Konfliktparteien Kinder zum bewaffneten Kampf. Tuareg-Rebellen, die islamistische Terrororganisation Al-Kaida und regierungstreue Milizen setzten hunderte Kinder als Soldaten ein, erklärte die UNO-Sonderbeauftragte für Kinder in Konflikten, Leila Zerrougui, in New York. Zudem würden malische Mädchen zur Heirat mit Kämpfern gezwungen.

55 Konfliktparteien am Pranger

Gemäss einem von Zerrougiu vorgestellten UNO-Bericht ist sexuelle Gewalt gegen Mädchen im Norden des Landes «weit verbreitet». Mali ist das einzige Land, das in diesem Jahr neu auf die UNO-Liste der Staaten gesetzt wurde, in denen Kindersoldaten eingesetzt werden.

Die aktualisierte «Liste der Schande» nennt 55 Konfliktparteien, die Kinder als Soldaten einsetzen, zum Angriffsziel machen oder sexuell missbrauchen.

Legende: Video Kriegskinder in Syrien abspielen. Laufzeit 04:39 Minuten.
Aus 10vor10 vom 27.05.2013.

Horror für Kinder in Syrien

Die «vielleicht schlimmste Bürde» tragen nach Zerrouguis Angaben die Kinder in Syrien. «Sie werden getötet, verstümmelt, rekrutiert, inhaftiert, gefoltert», beklagte sie. Regierungstruppen versuchten Jungen mit sexueller Gewalt dazu zu bringen, Informationen preiszugeben.

Kinder, zum Teil nicht älter als 14 Jahre, würden wie Erwachsene gefoltert, unter anderem mit Elektroschocks, Schlägen, Zwangshaltungen und sexueller Gewalt. In Syrien hätten Regierungstruppen und Rebellen fast 2500 Schulen zerstört oder beschädigt, 167 Lehrer und Erzieher seien getötet worden.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Schmidlin, Riehen
    Es ist sehr sehr schlimm und zu viel wollen es nicht wahrhaben. Zu Syrien gab es unlängst einen Bericht im SPIEGEL. Diesen findet man noch im Internet: „Schüler in Syrien: Attackiert, bespitzelt, verhört“ „Syrien galt einst als Land mit gutem Bildungssystem. Doch seit Beginn des Bürgerkriegs geraten Schulen vermehrt ins Visier von Militär und Rebellen. Ein neuer Bericht von Human Rights Watch zeigt: Das Land droht eine ganze Schülergeneration zu verlieren“.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Wo der Islam "kriegt" ist Menschenrecht ein Unwort. Die Verlierer dieses Krieges werden fluechten und dann bei uns grosszuegig bedient..unabhaengig davon, was sie unschuldigen, vorab Kindern, angetan haben, denn WIR wissen ja nichts... ODER????? oder wir wollen es nicht wissen!
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    1. Antwort von Christian Schmid Rodriguez, Bern
      Das ist ja wohl der abstossendste Kommentar, den man hierzu fällen kann. Wie verkommen sind wir Schweizer eigentlich, dass wir mittlerweile von jeder Entsetzlichkeit im Weltgeschehen sogleich in stumpfsinnige Bemerkungen über die eigene Asylpolitik übergehen müssen? Einfach Widerwärtig!
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