Lobhudeleien an Blatters schwarzem Tag

Dem skandalumwitterten Fifa-Chef Sepp Blatter muss wie Balsam in den Ohren klingen, was Russlands Präsident Putin und die «Weltwoche» über ihn sagen. Für viele ist es schlicht ein Witz.

Wladimir Putin erhebt den Mahnfinger an seiner jährlichen grossen Medienkonferenz

Bildlegende: Setzt sich für Joseph Blatter ein: Russlands Präsident Wladimir Putin Keystone

Aus Sicht der «Weltwoche» hat Joseph Blatter den Titel «Schweizer des Jahres» verdient. In seiner jüngsten Ausgabe hebt das Blatt den derzeit suspendierten Präsidenten des Fussball-Weltverbands auf den Titel und schwärmt von den «eindrücklichen Leistungen dieses Ausnahmeschweizers, der als eine Mischung aus Sonderbotschafter und Entwicklungshelfer rastlos um den Planeten tourte».

Und Blatter nimmt den Ball gerne auf: «Eigentlich müsste man mir ein Diplom überreichen für das, was ich hier erreicht habe», sagt er dem Blatt.

Noch weiter versteigt sich der russische Präsident Wladimir Putin mit seiner Wortmeldung zu Blatter vom Donnerstag: «Das ist mal jemand, dem man den Friedensnobelpreis geben sollte», verteidigte er die Leistungen des unter Korruptionsverdacht stehenden Fifa-Chefs. Dem Schweizer sei es beim Fussball immer auch um soziale Entwicklung und internationale Zusammenarbeit gegangen, sagte er an seiner mehrstündigen Jahresmedienkonferenz in Moskau.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Blatter sagt vor Fifa-Ethikkommission aus

    Aus Tagesschau vom 17.12.2015

    Am Sitz des Weltfussballverbands Fifa musste der suspendierte Fifa-Chef Blatter heute aussagen. Zur Debatte steht unter anderem auch eine lebenslängliche Sperre. Im Fokus der Diskussion stehen zwei Millionen Franken, die Blatter 2011 an UEFA-Präsident Michel Platini zahlte.

  • Blatter spricht vor Fifa

    Aus Tagesschau vom 17.12.2015

    Der suspendierte Fifa-Präsident Sepp Blatter muss vor der Ethik-Kommission aussagen. Er kämpft gegen eine lebenslange Sperre.