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Nach Grenfell-Brand London räumt 800 Wohnungen

Akute Brandgefahr in fünf Hochhäusern: Hunderte Bewohner müssen am Abend in Hotels umziehen.

Frauen und Kinder kommen zu einer Tür hinaus, Sicherheitsläute kehren ihnen den Rücken zu.
Legende: Viele Bewohner der Camden-Hochäuser beklagen sich, sie seien über die Evakuierung nicht richtig informiert worden. Reuters
  • London hat fünf Hochhäuser wegen Brandgefahr räumen lassen.
  • Hunderte Bewohner mussten ihr Zuhause am Freitagabend sofort verlassen.
  • Die Gebäude haben dieselbe Aussenisolation wie das abgebrannte Grenfell-Hochhaus, wie eine Inspektion der Feuerwehr zeigt.
  • Die Entfernung der Isolation soll drei bis vier Wochen dauern, wie die Stadtverwaltung mitteilt.
  • Die Bewohner würden so lange in Hotels untergebracht.

«Grenfell ändert alles, und ich glaube nicht, dass wir ein Risiko eingehen sollten», erklärte Behördenvertreterin Georgia Gould. Die Wohnungen würden «sofort» geräumt, denn es könne nicht garantiert werden, dass die Menschen sicher seien.
Londons Bürgermeister Sadiq Khan schrieb auf Facebook von einer «Vorsichtsmassnahme». Die Räumung sei der beste Weg, um die Bewohner zu schützen.

Der sofortige Räumungsbefehl am Abend überfordert viele Bewohner

Das verkohlte Hochhaus vor blauem Himmel.
Legende: Die Zerstörung des Grenfell-Towers wäre vermeidbar gewesen, hätten die Besitzer bei der Sanierung nicht geknausert. Reuters

Hochhäuser in ganz England werden geprüft

Bei dem Brand im Grenfell-Tower waren in der vergangenen Woche mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen. Laut Schätzungen hielten sich zum Zeitpunkt des Feuers 400 bis 600 Personen in dem 24-stöckigen Hochhaus auf. Weniger als 100 konnten sich retten.

Die meisten Bewohner folgten der Empfehlung der Verwaltung, im Brandfall in ihren Wohnungen zu bleiben. Diese seien so gut abgeschottet, dass mindestens eine Stunde zur Evakuation bleibe, hatte es geheissen.

Das Feuer in dem 24-stöckigen Sozialbau hatte sich jedoch rasend schnell über die Fassade ausgebreitet.
Das Material der Aussenverkleidung steht im Zentrum der Aufarbeitung der Katastrophe. Als Konsequenz aus dem Unglück hatten die Behörden eine Untersuchung von ähnlich gebauten Hochhäusern in ganz England veranlasst.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Es muss immer erst ein furchtbares Unglück geschehen bis die Politiker und Behörden reagieren. Das Volk sollte viel mehr Druck auf die Behörden ausüben, wenn sie Missstände feststellen. Architekten und Firmen sollten wieder mehr auf Qualität schauen als auf den schnellen Zaster. Billigofferten sollten von den Bauherren abgelehnt werden. Es Kostet im Monent mehr, hält aber einiges länger.
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Etwas stimmt doch hier nicht. Wenn sich 400 bis 600 Personen im Hochhaus aufgehalten haben, weniger als 100 konnten sich retten und 79 starben, wo sind dann die anderen?
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    1. Antwort von Astrid Meier (Swissmiss)
      Mindestens! 79 starben. Die Feuerwehr konnte noch immer nicht jedes Stockwerk durchsuchen. Zudem dürfte ein Teil der Bewohner keinen legalen Aufenthaltsstatus gehabt haben, und jetzt untergetaucht sein. Es gibt nirgends eine Liste, wer überhaupt in dem Haus wohnte. England kennt kein Einwohneramt, bei dem man sich anmelden muss.
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      es geht hier nicht um wenige Vermisste, alles andere sind Spekulationen die eine Privatperson nicht wissen kann.
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    3. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Möglicherweise geht es hier auch um spitzfindige Formulierungen und/oder falsche Übersetzungen aus dem Englischen. Event. waren so viele Einwohner bekannt, aber nicht alle waren wirklich im Gebäude. Da Zeit des Fastenbrechens war, dürften viele auswärts gewesen sein.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Ich glaube nicht, dass diese überstürzte Räumung etwas bringt. Unangenehm für die Bewohner. Hier wollen Politiker zeigen, dass sie alles im Griff haben, wobei der Wurm wohl in der Verwaltung sitzt. Wenn nicht wegen extremer Sommerhitze akute Brandgefshr droht sollte man den Bewohnern ein paar Wochen Zeit geben, auszuziehen. Wo können sie denn hin?
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Nach Aussagen in der Presse werden sie in Hotels untergebracht. Ob das Stimmt? In jedem Fall ist der Wurm wohl eher bei den Eigentümern und/oder bei den Baufirmen zu suchen als in der Verwaltung. Denn dort wäre das Wissen über die kriminell gefährliche Verkleidung bestimmt vorhanden gewesen. Es wird einfach billig behauptet dass es legal war. Wahrheit ist, nicht alles was legal ist ist auch vetretbar.
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