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International London ruft nach Sanktionen – und liefert Kriegsmaterial

Grossbritannien hatte Frankreich dafür kritisiert, Kriegsschiffe nach Russland zu liefern. Jetzt kommt aus: Britische Firmen verkaufen ebenfalls Kriegsgerät an Moskau.

Das französische Kriegsschiff Mistral im Hafen von St. Petersburg
Legende: Dieses Kriegsschiff will Frankreich an Russland verkaufen. Das kommt in Grossbritannien schlecht an. Keystone

Der britische Premierminister David Cameron war in seiner Wortwahl undiplomatisch direkt. Ein Vorgehen wie in Frankreich wäre in Grossbritannien «undenkbar», sagte er noch am Montag.

Er kritisierte Paris dafür, zwei Helikopterträger an Russland zu verkaufen – obwohl die EU Sanktionen gegen das Land berät. Grossbritannien selber werde künftig kein Kriegsgerät mehr an Moskau verkaufen, so die britische Regierung. Bereits im März hatte sie angekündigt, sämtliche Waffenexporte nach Russland zu stoppen.

Bericht stellt Cameron bloss

Doch nun stellt sich heraus: Auch London macht Geld damit, Kriegsgüter an Moskau zu verkaufen. So dürfen Firmen des Landes weiterhin Scharfschützengewehre, Nachtsichtgeräte oder Munition an Russland liefern. Das zeigt ein Bericht für das britische Parlament, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Dem Bericht zufolge hatte die Regierung nur 31 Exportgenehmigungen zurückgezogen; doch seien rund 250 Genehmigungen weiterhin in Kraft. Das Volumen des Waffenhandels mit Russland beläuft sich umgerechnet auf rund 360 Millionen Franken.

Paris hält an Lieferung fest

Frankreich hatte trotz Camerons Kritik bekannt gegeben, das erste Kriegsschiff im Oktober an Moskau zu übergeben. Die Lieferung des zweiten Schiffs werde aber von der weiteren Haltung Moskaus im Ukraine-Konflikt abhängen, sagte der französische Präsident François Hollande. Die beiden Schiffe haben einen Wert von 1,5 Milliarden Franken.

19 Kommentare

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  • Kommentar von wolfgang grille, seelbach
    Ich denke Russland hat kein Geld und die Eu-Sanktionen ruinieren es mehr? Scheint nicht der Fall zu sein!
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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Amüsant, dass wir uns über dieses Geschäft auslassen können. Wohin liefern wir denn unseren Kriegskrempel? Klar doch, auch dorthin wo das Zeugs eingesetzt wird. Es ist zum brauchen gedacht und nicht wie bei uns zur Beschäftigung des grünen Vereins. Dass Cameron und Co. Doppelmoralisten sind, ist nun wirklich nichts Neues. Hätte man die Kähne in England bauen dürfen, es wäre das normalste, die Dinger zu liefern. Schluss mit solchen Pseudostorys.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Da stimme ich Ihnen zu! Erst kürzlich wurde bei uns ja das Exportverbot so ziemlich aufgeweicht. Aber dazu stehen die Verantwortlichen wenigsten. Nicht so wie es eben Cameron nicht tut & sich als Moralapostel gegenüber Frankreich auf spielt. Das ist eben SEHR scheinheilig & ein gefundenes Fressen für die Medien.
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  • Kommentar von michael fischbacher, nidau
    Und für die Ukraine gilt das dann nicht? Russlands Gaslieferungen so zu sagen auf "Kommission" an Drittländer zu verkaufen und das bei ähnlichem Auftragsvolumen!
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