London wehrt sich gegen EU-Steuer

Grossbritannien fürchtet sich vor der Einführung der geplanten Finanztransaktionssteuer. London glaubt an negative Auswirkungen für seinen Finanzplatz und hat sich deshalb an den Europäischen Gerichtshof gewandt. Die Steuer wird 2014 in elf Euro-Ländern eingeführt.

Blick auf die Skyline des Finanzdistrikts von London

Bildlegende: Die Finanztransaktionssteuer wird zwar nicht in Grossbritannien eingeführt, London fürchtet sich dennoch vor den Folgen. Keystone/Archiv

Grossbritannien wehrt sich gegen die Einführung der geplanten Finanztransaktionssteuer in elf Euro-Ländern. London hat sich deshalb an den Europäischen Gerichtshof gewandt.

«Wir sind nicht grundsätzlich gegen Transaktionssteuern», sagte Finanzminister George Osborne am Rande eines Treffens des Internationalen Währungsfonds in Washington. Grossbritannien fürchte aber, dass die von der EU initiierte Steuer auch über die daran beteiligten Länder hinaus Auswirkungen hat.

London beheimatet den grössten Finanzplatz Europas. Auch am Widerstand der Briten scheiterte die Einführung der Finanztransaktionssteuer in der gesamten EU.

Die geplante Steuer soll ab Januar 2014 in elf Euro-Ländern für Geschäfte mit Aktien, Anleihen und Derivaten eingeführt werden und jährlich 35 Milliarde Euro einbringen – als Ausgleich der Banken für die Hilfen während der Finanzkrise.

Europa ist die erste Region, die die umstrittene Steuer einführen will. Angeführt wird die Initiative von Deutschland und Frankreich, mit dabei sind zudem unter anderem Italien, Spanien, Belgien, Österreich, Portugal und Griechenland.