Zum Inhalt springen
Inhalt

Loveparade-Prozess Katastrophe statt fröhliches Fest

Die Loveparade in Duisburg endete 2010 in einer Katastrophe mit 21 Toten und mindestens 652 Verletzten. Die Chronologie.

Chronologie der Tragödie und ihrer Aufarbeitung:

24. Juli 2010: Im einzigen Zu- und Abgang zum Loveparade-Gelände kommen viel zu viele Menschen zusammen. Es kommt zu einer Massenpanik im Zugangstunnel. Dabei werden Besucher niedergetrampelt und erdrückt, weil sie nicht weg können. 21 Menschen sterben, über 650 werden verletzt.

Blick in den Zugangsbereich der Loveparade mit dem Tunnel, in dem die Massenpanik stattfand: Viele Menschen stehen herum, in der Mitte Rettungssanitäter in roten Jacken.
Legende: Der Zugang zum Festivalgelände wurde für viele zur Todesfalle. Keystone

31. Juli 2010: An einer Trauerfeier nehmen Tausende in Duisburg Abschied von den Opfern. Die damalige Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens Hannelore Kraft (SPD) hält eine bewegende Trauerrede.

Ein Meer von Kerzen und Blumen und viele Trauerende im Tunnel, wo die Massenpanik ihren Anfang nahm.
Legende: Die Trauerbezeugungen sind immens: Nach dem Trauermarsch halten Teilnehmer am Ort der Katastrophe inne. Keystone

18. Januar 2011: Die Staatsanwaltschaft Duisburg nimmt Ermittlungen gegen den damaligen Polizei-Einsatzleiter sowie gegen Mitarbeiter der Stadt und des Veranstalters Lopavent auf. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und der Loveparade-Veranstalter gehören nicht zu den Beschuldigten.

12. Februar 2012: Die Duisburger stimmen in einem Bürgerbegehren mit grosser Mehrheit für die Abwahl des Oberbürgermeisters Adolf Sauerland (CDU).

Kerzen in Herzform aufgestellt brennen an der Gedenkstätte für die Loveparade-Opfer.
Legende: Im Gedenken an die Opfer: Trauernde zünden am Ort des Geschehens Kerzen an. Keystone

24. Juli 2013: Am Unglücksort wird eine Gedenkstätte eröffnet. 21 Holzkreuze und eine Gedenktafel erinnern an die Opfer. In den Monaten danach wird die Gedenkstätte mehrfach verwüstet.

10. Februar 2014: Die Staatsanwaltschaft Duisburg erhebt Anklage gegen sechs Mitarbeiter der Stadt und gegen vier Lopavent-Mitarbeiter wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.

23. Juli 2015: Betroffene rufen eine Nachsorge-Stiftung ins Leben. Die Stiftung vermittelt Therapieplätze, organisiert die Gedenktage und hilft bei der Einrichtung von Selbsthilfegruppen.

5. April 2016: Das Duisburger Landgericht entscheidet, dass es keinen Strafprozess geben soll. Die Anklage wird nicht zur Hauptverhandlung zugelassen. Begründung: Das Gutachten des britischen Panikforschers Keith Still als wesentliches Beweismittel sei wegen «gravierender inhaltlicher und methodischer Mängel» nicht verwertbar. Die Staatsanwaltschaft Duisburg und mehrere Nebenkläger legen Beschwerde gegen den Beschluss ein.

24. April 2017: Das Oberlandesgericht Düsseldorf gibt bekannt, dass es die Anklage nun doch zulässt. Der Prozess werde am Landgerichts Duisburg stattfinden.

8. Dezember 2017: Die Hauptverhandlung im Loveparade-Strafverfahren beginnt. Aus Platzgründen findet die Verhandlung in einem Saal des Kongresszentrums Düsseldorf statt, in den 500 Menschen passen. Bis Ende 2018 hat das Gericht bereits 111 Verhandlungstermine festgelegt.

27. Juli 2020: Liegt mit Ablauf dieses Tages kein Urteil in erster Instanz vor, gelten die vorgeworfenen Taten als verjährt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.