Lufthansa-Piloten streiken weiter

Erneut fallen in Deutschland Hunderte Flüge wegen des Pilotenstreiks aus. Am zweiten Tag des Ausstands haben sich viele Abläufe aber besser eingespielt. Es müssen laut Lufthansa keine zusätzlichen Flüge gestrichen werden.

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Verwaister Lufthansa-Check-In in Frankfurt

0:28 min, vom 3.4.2014

Die Piloten der Lufthansa haben am zweiten Streiktag ihren Ausstand unvermindert fortgesetzt. Heute fielen erneut Hunderte Flüge aus, die Lufthansa musste nach Aussagen einer Sprecherin aber keine zusätzlichen Verbindungen mehr streichen. Es bleibe bei der Liste von rund 3800 abgesagten Flügen.

Trotz einiger Signale von beiden Seiten kam es zunächst nicht zur Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen um die Übergangsrenten für die rund 5400 Piloten von Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo.

Übernachtung am Flughafen

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wartete nach Angaben ihres Sprechers Markus Wahl vergeblich auf einen Anruf der Lufthansa-Verhandlungspartner: «Unser Telefon war die ganze Nacht besetzt, auch jetzt ist es besetzt. Bis jetzt hat das Telefon leider gar nicht geklingelt – es gibt kein neues Angebot der Lufthansa».

An den Flughäfen blieb es wie am Vortag ruhig, weil die meisten Passagiere über die Ausfälle informiert waren. An den grossen Drehkreuzen hatte man sich auf gestrandete Fluggäste vorbereitet. In Frankfurt mussten dem Sprecher zufolge aber nur etwa zehn Menschen im Transitbereich übernachten. Sie dürfen diesen nicht verlassen, wenn sie kein Visum für den Schengen-Raum haben.

Lufthansa hat nach eigenen Angaben die Call-Center noch einmal verstärkt, nachdem an den Vortagen häufig kein Durchkommen war. Der Andrang habe im Vergleich zu Montag und Dienstag aber abgenommen, sagte eine Unternehmenssprecherin. Bei den Passagieren entschuldige man sich für die Unannehmlichkeiten.

Einbussen in Millionenhöhe

Anlass des Streiks sind die von Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglichten. Ausserdem fordern die Piloten ein Gehaltsplus von zehn Prozent.

Wegen des härtesten Streiks der Unternehmensgeschichte hat Lufthansa bis inklusive Freitag rund 3800 Flüge gestrichen. Betroffen sind insgesamt etwa 425‘000 Fluggäste. Der Ausstand ist bis Freitagnacht um 23.59 Uhr befristet. Danach will Lufthansa möglichst schnell wieder den normalen Flugbetrieb aufnehmen.

Am Flughafen München ging man bei drei Streiktagen von Einbussen in Millionenhöhe aus. Auch der Frankfurter Betreiber Fraport beklagte pro Streiktag einen Umsatzverlust im einstelligen Millionenbereich.