Zum Inhalt springen

International Lufthansa-Streik: Jeder 6. Flug findet nicht statt

Die Flugbegleiter der grössten Airline Europas sind seit dem Nachmittag im Ausstand – auch am Samstag wird in Frankfurt und Düsseldorf weiter gestreikt: Von rund 3000 geplanten Flügen sollen 520 gestrichen werden. Betroffen sind 58'000 Passagiere.

Eine Flugbegleiterin läuft vor einem Sitz der Lufthansa durch.
Legende: Der Streik der Flugbegleiter könnte der längste in der Geschichte des Konzerns werden. Keystone

Passagiere der Lufthansa sind seit 14 Uhr mit zahlreichen Flugausfällen und Verspätungen durch den möglicherweise längsten Streik in der Geschichte der Airline konfrontiert. Die Lufthansa hat bereits 290 Flüge annulliert, darunter auch 15 Langstreckenverbindungen. 37'500 Passagiere blieben am Boden.

Im ähnlichen Stil dürfte es am Samstag weitergehen: So wird die Fluggesellschaft nahezu alle Deutschland- und Europaflüge von Frankfurt streichen. Die Rede ist von 520 der rund 3000 geplanten Verbindungen. Insgesamt sollen 58'000 Passagiere betroffen sein.

600 Feldbetten am Flughafen

Auf der Langstrecke könnten dagegen alle Flüge wie geplant starten, teilte Lufthansa mit. Nicht stattfinden werde allerdings die Verbindung von Düsseldorf nach Newark an der US-Ostküste. Um gestrandete Passagiere unterzubringen, buchte die Airline in Frankfurt 2500 Hotelzimmer. Der Frankfurter Airport stellte zudem vorsorglich 600 Feldbetten auf.

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo will bis Freitag nächster Woche die Arbeit niederlegen – es wäre der längste Streik in der 60-jährigen Geschichte der Fluggesellschaft. Streitpunkt ist die Altersversorgung der Angestellten. «Wir erhöhen den Druck, damit der Lufthansa-Vorstand schnell ein neues Tarifangebot auf den Tisch legt», sagte Ufo-Vorstandsmitglied Birgit Weinreich auf einer Kundgebung.

Swiss nicht betroffen

Der Flughafen Frankfurt/Main ist das wichtigste Drehkreuz der Lufthansa. In Düsseldorf gibt es dagegen nur Verbindungen nach München und Frankfurt – insgesamt 18 Flugpaare täglich sowie einen internationalen Flug nach New York. Bei streikbedingten Flugausfällen können die Passagiere kostenfrei umbuchen oder stornieren.

Betroffen von dem Streik ist nur die Konzernmutter Lufthansa, nicht aber andere Airlines der Lufthansa-Gruppe wie Swiss oder Töchter wie Germanwings.

Last-Minute-Verhandlungen gescheitert

Es ist der erste Ausstand der Flugbegleiter in der aktuellen Tarifrunde, bei der es um die Übergangs- und Betriebsrenten von rund 19 000 Flugbegleitern bei der Lufthansa-Kerngesellschaft geht. Die Piloten der Lufthansa haben hingen schon 13 Mal gestreikt.

Das Unternehmen und Ufo hatten sich am Donnerstag auch bei Last-Minute-Verhandlungen nicht einigen können. Sie überzogen sich gegenseitig mit Schuldzuweisungen.

Fluginformationen

Aktuelle Informationen und Hinweise der Lufthansa zu den Unregelmässigkeiten im Flugbetrieb finden Sie hier.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Es hiess einmal, der Kunde ist König. Nun sind Angestellte der Lufthansa zu dumm und sagen an ihrer Existenz. Chinesen und Inder fliegen noch billiger und die Lufthansa geht pleite. Wo wollen sich die spezialisierten Arbeitskräfte beschäftigen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Peter Werro (Peter68)
      Das gleich Bild ist langsam aber sicher in jeder Branche zu erkennen, jeder Beruf der mit dem Ausland zu tun hat ist im Vergleich massiv teuerer. Was passiert, jeder versucht einen Inland Beamtenjob zu finden mit Lohn Regelungen der Extraklasse und einer Anpassungsträgheit eines Luxusdampfers.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Es war schon immer so, in all den Ländern, in denen die Gewerkschaften ein höheres Gewicht haben, als die langfristige, stellenerhaltene "Vernunft"! Die sturen und rücksichtslosen Gewerkschaften (vorallem im staatlichen oder öV-Sektor), werden mit solchen Streiks zu den Totengräber ihrer eigenen Job's! Herr Meier bringt es auf den Punkt: Die Chinesen (oder andere Gross-Staaten) werden die Stellen der überheblichen und rücksichtslosen Streikenden mit "Handkuss" übernehmen und erst noch günstiger!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen