Zum Inhalt springen

International Luxemburg lockert sein Bankgeheimnis ab 2015

Luxemburg lenkt ein und führt den automatischen Informationsaustausch mit der EU ein. Für die Schweiz hat dies keine direkten Konsequenzen. Aber: Die Schweiz und Luxemburg – einstige Verbündete im Kampf für das Bankgeheimnis – gehen nicht mehr im Gleichschritt. Im Gegenteil.

Legende: Video Einschätzungen von Jonas Projer, Brüssel abspielen. Laufzeit 1:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.04.2013.

Regierungschef Jean-Claude Juncker bestätigt: Luxemburg lockert sein Bankgeheimnis. Das Land will sich an einem Informationsaustausch auch über Zinserträge mit den anderen EU-Ländern beteiligen. 

«Wir können den automatischen Informationsaustausch gefahrlos zum 1. Januar 2015 einführen», sagte Juncker vor dem Parlament des Grossherzogtums. Der Finanzplatz Luxemburg sei zu diesem Schritt bereit, durch eine Lockerung des Bankgeheimnisses «gehen nicht die Lichter aus». 

Luxemburg habe beschlossen, zum 1. Januar 2015 «die automatische Auskunftserteilung einzuführen für Zinserträge, die von Luxemburger Finanzinstituten an in anderen EU-Mitgliedstaaten ansässige Privatpersonen ausgezahlt werden», so die Regierung.

Sicht auf die Stadt Luxemburg. (reuters)
Legende: Die Schweiz verliert mit Luxemburg ihren Verbündeten im Kampf um das Bankgeheimnis – und setzt Druck auf. Reuters

Ziel sei, dass die Zinserträge «nach den Rechtsvorschriften letzterer Mitgliedstaaten effektiv besteuert werden, bei gleichzeitigem Schutz ihrer steuerlich nicht relevanten Daten». Luxemburg müsse zur Kenntnis nehmen, dass die internationalen Entwicklungen «auf den automatischen Informationsaustausch hinsteuern». Die Entscheidung sei ein Meilenstein in der Weiterentwicklung des Luxemburger Finanzplatzes, so die Regierung.

Wetterlage für Schweiz verschlechtert sich

SRF-Korrespondent Jonas Projer in Brüssel, sagte in seiner Analyse zur luxemburgischen Kehrtwende: Innerhalb der EU werde dies vor allem Folgen für Österreich haben. Das Land werde mit grosser Wahrscheinlichkeit nachziehen müssen.

«Für die Schweiz hat der Entscheid keine direkten Konsequenzen. Doch die Grosswetterlage verschlechtert sich entscheidend», so Projer. Er begründet: Luxemburg sei bisher ein starker Verbündeter der Schweiz punkto Bankgeheimnis gewesen. Jetzt dränge aber Luxemburg darauf, dass auch andere Länder nach den gleichen Spielregeln spielen. Für Projer ist klar: «Mit anderen Ländern ist die Schweiz gemeint.»

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Im Rundschau Beitrag zumrBankgeheimnisgeschichte vernehmen wir, dass die Schweiz zuerst ihre Aufgabe betr. Weissgeldstrategie erfüllen muss, bevor sie Druck auf andere Steueroasen ausüben kann. Die USA hingegen üben Druck auf die Schweiz aus, obwohl sie die Aufgaben betr. die Weissgeldstrategie längst noch nicht erfüllt haben. Gilt da nicht für beide Staaten die gleiche Regel
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Thomas Wanner, Aarau
    Mit "anderern Ländern" könnten auch Serbien oder die Türkei gemeint sein; die wollen ja in die EU. Wir wollen nicht in die EU, darum gez uns nichts an.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Mit anderen Ländern, da könnte tatsächlich Serbien oder die Türkei auch gemeint sein, gar keine Frage. Es könnten aber auch neue, andere Länder sein, die nun Morgenluft wittern und neu ins Geschäft einsteigen wollen. Anwärter gibt es genug. - Was sicherlich nicht direkt gemeint wird, sind Länder wie die USA (Delaware), GB (div.) oder China. - Da funktioniert die Kavalleriepolitik dann plötzlich nicht mehr. (smile)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen