«Mabuhay, Papa Francis!»

Papst Franziskus ist bei der Ankunft auf den Philippinen von hunderttausenden begeisterten Gläubigen empfangen worden. Im ganzen mehrheitlich katholischen Land läuteten zur Begrüssung die Kirchenglocken. Die Filipinos begrüssten «Papa Francis» mit dem Willkommens-Gruss «Mabuhay!».

Ehrengarde mit philippinischer Flagge begrüsst den Papst und den philippinischen Präsidenten.

Bildlegende: Der philippinische Präsident Benigno Aquino III begrüsst Papst Franziskus nach seiner Landung in Pasay, Manila. Keystone

Das Oberhaupt der katholischen Kirche ist mit einem Flugzeug direkt aus Sri Lanka in Manila angekommen. Auf dem Militärflugplatz Villamor nahe dem internationalen Flughafen im Süden der Hauptstadt empfingen Präsident Benigno Aquino, kirchliche Würdenträger und hunderte Kinder den Papst.

Schon Stunden zuvor versammelten sich hunderttausende Menschen entlang der Strasse zur Nuntiatur (Botschaft) des Vatikans im Zentrum der Millionenmetropole, wo der Papst die Nacht verbringen wird. Anders als erhofft konnten die Gläubigen am Abend aber nur einen kurzen Blick auf den Papst erhaschen. Das «Papamobil» jagte mit hoher Geschwindigkeit im Scheinwerferlicht ins Stadtzentrum.

Der Innenminister hatte zwar eine Rundfahrt von drei Stunden versprochen. Aus Sicherheitsgründen schlossen die Pforten der Residenz des Päpstlichen Nuntius sich aber schon nach 38 Minuten Fahrt hinter dem Papst.

Fröhliche Katholiken

Rund 80 Prozent der rund 100 Millionen Einwohner des Inselstaates sind Katholiken. Die Philippinen sind in Asien das grösste katholische Land und haben nach Brasilien und Mexiko die drittgrösste katholische Bevölkerung der Welt. Die meisten Menschen sind tief gläubig, aber gleichzeitig ausgelassen.

«Wir haben die Fiesta im Blut», sagte eine Filipina und erinnert an die mehr als 300-jährige spanische Kolonialgeschichte. «Der argentinische Papst wird sich bei uns wie zu Hause fühlen.» Es ist der vierte Papstbesuch seit 1970.

Verletzung religiöser Gefühle verurteilt

Mit Blick auf die Terroranschläge auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» in Paris sagte Franziskus während des Flugs, dass die Meinungsfreiheit Grenzen habe. Und zwar dann, wenn sie religiöse Gefühle anderer verletze. Zu Journalisten, die ihn nach Manila begleiteten, sagte er: «Viele Menschen ziehen über Religion her. Das kann passieren, hat aber Grenzen. Jede Religion hat eine Würde, und man kann sich darüber nicht lustig machen.»

«Man kann den Glauben der anderen nicht herausfordern, beleidigen oder lächerlich machen», wird der Papst zitiert. Gleichzeitig betonte er, dass man im Namen Gottes nicht töten dürfe.

Nach den Terroranschlägen sei die Sicherheit um ihn erhöht worden. Er mache sich Sorgen um die Gläubigen. Er selbst habe dagegen eine «gute Dosis Unbeschwertheit». Wenn ihm etwas zustossen sollte, scherzte Franziskus, bitte er Gott, «dass sie mir nicht wehtun, denn ich bin nicht mutig, was Schmerz angeht».

Weltrekord bei Freiluft-Gottesdienst

Höhepunkt des fünftägigen Papst-Besuchs auf dem Inselstaat wird am Sonntag ein Gottesdienst unter freiem Himmel in einem Park von Manila sein, zu dem sechs Millionen Gläubige erwartet werden. Sollte tatsächlich so viele Menschen anwesend sein, würde sie den bisherigen Weltrekord übertreffen, der 1995 am selben Ort während eines Besuchs von Papst Johannes Paul II. erreicht wurde.

Am Freitag stehen ein Empfang im Präsidentenpalast und eine Messe in der Kathedrale von Manila auf dem Programm. Am Samstag reist der Papst dann nach Tacloban auf der Insel Leyte. Dort will er in der besonders schwer vom Taifun «Haiyan» (Yolanda) betroffenen Stadt Tacloban eine Messe feiern und sich mit Überlebenden treffen. Dem Wirbelsturms waren im November 2013 mehr als 6000 Menschen zum Opfer gefallen waren.