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Frankreich hat gewählt Macron und Le Pen in der Stichwahl

Das Wichtigste in Kürze:

  • Alle Stimmen sind ausgezählt: Marine Le Pen und Emmanuel Macron erreichen den zweiten Wahlgang am 7. Mai.
  • Der Ex-Wirtschaftsminister liegt mit 23,75 Prozent vor der Chefin des Front National, die 21,53 Prozent holte.
  • Hamon und Fillon haben ihre Niederlage eingestanden und rufen dazu auf, Macron zu unterstützen.
  • Die Finanzmärkte reagierten erleichtert auf den Ausgang der ersten Wahlrunde.

Die französischen Wähler schicken den sozial-liberalen Europa-Freund Emmanuel Macron und die EU-feindliche Rechtspopulistin Marine Le Pen in die Stichwahl um das Präsidentenamt. Die beiden brachten mit ihrem Erfolg das etablierte Parteiensystem in Frankreich zu Fall. Erstmals seit Jahrzehnten ist kein Kandidat der Sozialisten oder der bürgerlichen Rechten mehr in der Endrunde vertreten.

Zweiter Wahlgang wird auch ein Entscheid über Europa

Damit stehen die Franzosen am 7. Mai vor einem Richtungsentscheid über Europa. Denn Le Pen will den Euro abschaffen und die Bürger über die EU-Mitgliedschaft Frankreich abstimmen lassen. Macron tritt hingegen für Europa ein und will die Eurozone gemeinsam mit Deutschland stärken.

Nach allen Umfragen kann der frühere Wirtschaftsminister Macron die Chefin des rechtsextremen Front National klar schlagen. Er wolle mit einem System brechen, «das unfähig ist, auf Probleme zu reagieren», sagte Macron.

Erleichterung, aber keine Euphorie

An den Finanzmärkten regierte nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl Erleichterung, aber keine Euphorie. Der Euro legte zu, die europäischen Aktienmärkte werden im Plus erwartet und auch die zuletzt unter Druck stehenden französischen Staatsanleihen dürften zulegen.

Der scheidende Präsident François Hollande gratulierte Macron. Andere Sozialisten und Konservative, unter anderem die geschlagenen Kandidaten Fillon und Hamon, riefen zur Unterstützung des Mitte-Links-Kandidaten auf, um Marine Le Pen zu verhindern. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wünschten Macron alles Gute und viel Glück für die Stichwahl.

Bestes FN-Ergebnis aller Zeiten

Macron rief seine Anhänger bereits dazu auf, ihm die nötige parlamentarische Mehrheit zu verschaffen. Frankreich wählt am 11. und 18. Juni ein neues Parlament. Die von Macron gegründete Bewegung «En Marche!» (Auf dem Weg) ist dort bislang nicht vertreten.

Es ist an der Zeit, das französische Volk von den arroganten Eliten zu befreien.
Autor: Marine Le PenParteichefin Front National

FN-Chefin Le Pen schnitt wesentlich besser ab als vor fünf Jahren, als sie im ersten Wahlgang 17,9 Prozent der Stimmen geholt hatte und ausgeschieden war. Die 48-jährige sprach von einem «historischen Ergebnis». Sie fügte hinzu: «Es ist an der Zeit, das französische Volk von den arroganten Eliten zu befreien, die ihm sein Verhalten vorschreiben wollen.»

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19 Kommentare

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  • Kommentar von L. Leuenberger (L.L.)
    Es gibt keine Sieger, es gibt ein tief gespaltenes Land, mit einer sehr unzufriedenen Bevölkerung. Den Wechsel, den sich alle wünschen, kann sicher nicht durch ein Genosse von Sarkozy kommen, der alle Macht weiterhin in den Händen der Brüsseler-Bürokraten sieht. Die EU-Elite hat riesen Angst, ihre Bürger über ihren Verbleibt in der EU abstimmen zu lassen. In den meisten Ländern wurde nicht einmal gefragt, ob sie den Eintritt wollen. Ohne Reformen steht die EU vor dem aus. Noch 5 Jahren üben....
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Die fehlenden Reformen in der EU sind der Grund, weshalb jede Austrittsdebatte nicht nötig und deshalb nur leere Luft ist.
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Was Le Pen in ihrem Wahlprogramm alles verspricht, ist einfach total überzogen und nicht Machbar. Austritt aus der EU, weg mit dem Euro, Grenzen zu, Ausländer die Illegal in Frankreich sind ausweisen, Arbeitslosigkeit u.s.w. Alles Punkte die ich nicht ablehne, aber hat eine Regierung die Möglichkeit dies alles zu bewerkstelligen? Liegt da nicht eine Euphorie um Stimmen zu fangen, weil sich alle das wünschen.? Überlegt Schritt für Schritt ! Aber nicht so überzogen ins nächste Chaos.
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    1. Antwort von Mary Roes (MR)
      @Wüstner: "Was Le Pen in ihrem Wahlprogramm alles verspricht..." Holland hat auch den Himmel auf Erden versprochen und ausser der Homo-Ehe hat er nichts zustande gebracht! Zitat Albert Einstein: Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten!
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Und hinter so eine Frau kann ich mich nicht stellen, Frau Roes, sie verspricht alles was der Wunsch vieler Franzosen und Europäer ist um an den Sieg zu kommen.Ich spreche ihr damit nicht ab, falsche Ideale zu verbreiten, aber ich spreche ihr ab, so fängt man seine Wähler nicht.! Ein sehr guter Schlusssatz von Einstein, den Sie hier zitieren,
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    3. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Um in Frankreich etwas zu ändern müssten Reformen gemacht werden. Was Lepen für Verbesserungen in der Wirtschaft anstreben will ist rein Nationalistisch gedacht.Den Franc wieder einzuführen ist nicht das Gelbe vom Ei. Das Gleiche gilt für den Protektionismus. Frankreich ist viel zu schwach um sich solches leisten zu können. Das würde vielleicht in den USA gut gehen aber sicher nicht in einer leistungsschwachen Mittelmacht.
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    4. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      In den USA gut gehen, bezweifele ich Herr Planta. Wenn das Trump jetzt lesen könnte, gebe es sofort wieder ein paar Dekrete, er hat noch nicht einmal getwittert. Also ihn nicht auf neue Gedanken bringen (ironie)
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    5. Antwort von Mary Roes (MR)
      Geschätzte Frau Wüstner, ich möchte keinesfalls andere Meinungen hier im Forum diskreditieren, sondern lediglich darauf hinweisen, dass generell vor den Wahlen alles versprochen wird, was dann nach den Wahlen unmöglich eingehalten werden kann. Und dies unterstelle ich auch Macron. Martin Schulz ist ebenfalls ein Meister der Versprechungen!
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    6. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Frau Wüstner: Le Pen hat etwas versprochen, Macron das total Gegenteilige. Also der franz. Stimmbürger hatte eine ideale Entscheidungsbasis. Dass Ihnen Le Pen nicht sympatisch ist, sollte Sie nicht blenden lassen. Le Pen hat sich NICHT kategorisch für einen EU-Austritt ausgesprochen, sondern möchte, dass das Volk darüber abstimmen kann. Finden Sie das nicht i.O.? Ich dachte, jeder CH-Bürger nimmt so eine Gelegenheit gerne wahr. Hingegen Macron spricht sich für die EU ohne wenn und aber aus.
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    7. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Frau Roes, absolut soll jeder seine Meinung anbringen, ich finde das völlig richtig..nur kamen für mich bei dieser Auswahl nur LePen und Macron infrage. Und Frau LePen ist mir pers. zu radikal und ihre Wahlversprechungen ebenfalls. Zugleich sehe ich, wenn es zu ihrer Wahl kommt,grösste Unruhen in Fr. da ist für mich Macron noch das kleinere Übel.
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    8. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Frau Fitzi, sie haben mich etwas durchschaut. Aber unsympatisch ist mir Frau Le Pen nicht. Nur wie ich Frau Roes schon schrieb, zu radikal und ihre Wahlversprechungen sind doch so genau auf die Wünsche vieler abgestimmt. Das ist nicht Machbar. Wir würden sagen, mit Speck fängt man Mäuse. Für eine Abstimmung über die EU muss sich wohl die ganze EU mal die Frage stellen, denn so geht es nicht weiter.
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  • Kommentar von Gisela Niedermann (Gisela Niedermann)
    Wie will dieser Macron, der über keine institutionalisierte Hausmacht verfügt, im tief gespaltenen Frankreich eine Regierung wählen lassen? Frankreich steht vor einer schweren Niederlage. Um dieses verkrustete Land mit neuer Vitalität zu füllen, ja um Europa NEU-zuordnen, dazu braucht es mehr als den lächelnden Optimismus der Jugend. Dazu braucht es knallharte politische Erfahrung und die Kraft, schwere Entscheidungen durchzustehen. Eigenschaften, die Fillon hat und die Le Pen zuzutrauen sind!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Naja, für jemanden, der sich seine Anzüge schenken lässt ist es nicht ganz einfach, dem Volk zu sagen, es müsse den Gürtel enger schnallen
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