Malis Präsident geht auf Tuareg-Rebellen zu

Der Malische Präsident Dioncounda Traoré ist bemüht, Frieden in seinem Land wiederherzustellen. So macht er den Tuareg-Rebellen ein Friedensangebot. Zudem sieht er die Tuareg nicht als Terroristen.

Porträt Dioncounda Traoré

Bildlegende: Dioncounda Traoré macht einen Schritt auf die Rebellen zu. Keystone

Malis Interimspräsident Dioncounda Traoré will den Tuareg-Nomaden im Norden des Landes ein neues Friedensangebot machen. Dieses Angebot werde «in Kürze» vom früheren Aussenminister Tiebile Drame persönlich den Tuareg-Führern überbracht werden, sagte Traoré in Brüssel im Europaparlament.

Die separatistische Befreiungsfront der Tuareg (Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad/MNLA) sei nicht mit den islamistischen Terroristen gleichzusetzen, die den Norden besetzt hatten und seit Januar von französischen Soldaten in einer Militäraktion vertrieben worden seien.

Traoré: «MNLA sind Malier»

«Das Problem, das es heute in Mali gibt, ist kein Tuareg-Problem», sagte Traoré. «Heute haben wir es mit einem Problem zu tun, das von Terroristen, Dschihadisten und Drogenhändlern geschaffen wurde. Das sind keine Tuareg.»

Die MNLA bestehe «im Wesentlichen aus Maliern», sagte der Präsident. Man müsse mit ihr anders umgehen als mit den islamistischen Gruppen, die «mit allen Mitteln bekämpft werden müssen».

Nach einem Staatsstreich im März 2012 hatten Tuareg-Rebellen sowie islamistische Gruppen in weiten Teilen Nordmalis die Herrschaft übernommen. Im Mai hatten die Tuareg erklärt, sie hätten sich mit den Islamisten vereinigt und der Norden Malis sei ein islamischer Staat. Teile der Tuareg hatten sich aber im Juni und Juli wieder von dem Bündnis mit den Islamisten losgesagt. Die Herrschaft der Islamisten in Nordmali wurde von französischen Truppen beendet.

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Milliarden für Mali

1:52 min, aus Tagesschau vom 15.5.2013