Mandelas Familie streitet sich am Sterbebett um dessen Millionen

Der seit Wochen befürchtete Tod Nelson Mandelas ist Auslöser für einen erbittert und öffentlich geführten Streit in der Familie. Im Vordergrund stehen Differenzen über die Grabstätte. Doch es geht auch um Macht, Ruhm und Millionen.

Zeitungsüberschrift.

Bildlegende: Chaos am Familiengrab der Mandelas in Südafrika. Keystone

Die Nation war via Medien dabei, als der Sheriff in Mvezo mit einer Axt das Tor zum Anwesen von Mandelas Enkel Mandla öffnete. Die Attraktion der Anlage soll die Grabstätte Nelson Mandelas werden, in dem Dorf, in dem er geboren wurde.

Es geht um Millionen

Allerdings will seine Familie nicht, dass der frühere Freiheitskämpfer dort beerdigt wird. Auch der Führungsanspruch in der Familie, das Recht für die Mandelas zu sprechen, wird dem ältesten männlichen Mitglied streitig gemacht.

Nun müssen die sterblichen Überreste von drei verstorbenen Kindern Mandelas in ihre früheren Gräber in Qunu zurückgebracht werden. Mandla Mandela hatte 2011 eigenmächtig die Leichen exhumieren und in Mvezo beisetzen lassen.

Der Ex-Präsident hat ein Millionenvermögen angehäuft. Wenn er tot ist, rechnen alle mit einem profitablen Handel mit Devotionalien. Und wer im Namen Mandelas sprechen dürfte, hat in Südafrika enormen Einfluss.

Was will Nelson Mandela?

Niemand scheint eine verbindliche Willenserklärung Mandelas zu haben. Die «Mail & Guardian» zitierte Mandela und schrieb, er habe sich für Qunu ausgesprochen. Mandelas Familie ist sich uneins. Mandla Mandela beteuert, im Sinne seines Grossvaters gehandelt zu haben. Der 38-Jährige beschuldigte die übrige Familie, aus Geldgier gegen ihn vorzugehen.