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International Marine Le Pen und Geert Wilders wollen künftig zusammenarbeiten

Weniger EU, geschlossene Grenzen: In diesen beiden Punkten sind sich die französischen und die niederländischen Rechtspopulisten einig. In anderen jedoch nicht. Trotzdem streben die beiden ein strategisches Bündnis zur Europawahl im nächsten Frühling an.

Marine Le Pen und Geert Wilders in Amsterdam.
Legende: Treffen zweier Rechtspopulisten: Marine Le Pen und Geert Wilders in Amsterdam. Keystone

Die Vorsitzende der rechtsradikalen französischen Partei Front National, Marine Le Pen, hat in Den Haag den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders getroffen. An einer gemeinsamen Medienkonferenz nach dem Treffen in Den Haag kündigten sie eine enge Zusammenarbeit an und sprachen von
einem «historischen Tag». «Damit beginnt die Befreiung von der Elite und Europa, dem Monster in Brüssel», sagte Wilders. Le Pen betonte, dass sich auch andere europa-kritische Parteien dem Bündnis anschliessen könnten.

Mehr Mitsprache in Europa

SRF-Korrespondentin Elsbeth Gugger in Amsterdam sagt dazu: «Jean-Marie Le Pen, der Vater von Marine Le Pen, war Gert Wilders ein Gräuel. Seine Standpunkte gingen ihm eindeutig zu weit. Die Tochter scheint ihm da sympathischer zu sein.» Zudem sei sie, wie Wilders, für weniger Europa. In anderen Fragen – wie des Antisemitismus oder der Schwulenehe – träfen sich die beiden Parteien jedoch nicht.

Wilders erhoffe sich von einer Kooperation mit dem Front National mehr Macht in Europa. «Im Frühling wird das neue EU-Parlament gewählt. In den Umfragen schneiden beide Parteien gut bis sehr gut ab.» Bereits jetzt arbeite der Front National mit der FPÖ in Österreich und den Schwedendemokraten zusammen. «Wilders möchte von diesem Verbund profitieren. Schliesslich waren seine vier Europaparlamentarier völlig isoliert», sagt Gugger.

Durch ein Bündnis mit dem Front National wird die Position dieser Parlamentarier gestärkt, allerdings nur mit vier Parteien: Wilders, FPÖ, Front National und den Schwedendemokraten. Um beispielsweise einen Kommissionspräsidenten oder einen Änderungsantrag zu stellen, braucht es im EU-Parlament mindestens 27 Abgeordnete aus mindestens sieben europäischen Ländern.

«Es gibt noch einen anderen Zusammenschluss im rechten Parteienspektrum des EU-Spektrums, jenen von der britischen UKI und der dänischen Volkspartei und den Wahren Finnen», hält Gugger fest. Wenn sich auch diese Rechtsparteien zu einem Bündnis mit Le Pen und Wilders zusammenschliessen würden, dann könnten sie zusammen einen wirklich starken rechten Block formen, wie Le Pen antönte. Doch so weit sei es noch nicht, sagt Gugger. Die Briten seien vehement gegen den Front National.

11 Kommentare

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  • Kommentar von juerg frey, teufen
    Ich bin sehr dafür, dass man die EU in der jetzigen Form zurechtstutzt und die Grenzkontrollen wieder einführt. Das schafft nicht nur Sicherheit, sondern auch Arbeitsplätze. Ausserdem sollte der Euro wieder verschwinden, der hat nichts gebracht als neue Armut in den einzelnen Ländern. Das wird zwar oft bestritten, stimmt aber so! Auch bei der Ausländerfrage ticke ich so, dass 1. Kontingente eingeführt werden und 2. religiöse Extremkulturen sind ganz auszuschliessen.
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  • Kommentar von Aspasia Henrique, Dublin
    Marine Le Pen, Geert Wilders & co. werden früher oder später wegen Rassismus verurteilt und hart bestraft. Europa wird NIE von solchen Rassisten und Menschenhasser regiert, Europa bleibt ein Kontinent für alle, die die Freiheit und Demokratie respektieren. Europa ist und bleibt ein Muster für das friedliche Zusammenleben zwischen alle Kulturen und Religionen. Europa darf nicht von Fanatikern und Faschisten regiert werden. Europa ist die Hoffnung für die Welt und soll so auch bleiben
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  • Kommentar von Noah Dourmont, Hamburg
    Die ewig gestrigen sterben einfach nicht aus. Bis die Horden der wildgewordenen Kleinbürger wieder durch die Straßen ziehen und die Synagogen und Moscheen anzünden!!! Habt ihr aus der Geschichte gar nichts gelernt. Nationalismus führt zu Ausgrenzung und schließlich zum Krieg. Toleranz und internationale Zusammenarbeit erhalten den Frieden. Mir scheint Dummheit und Ignoranz sterben einfach nicht aus !!!!!!
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    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Dourmont - typisches Gutmenschen-Gebrabbel! Das einzige, was angezündet und zerstört wird, sind Kirchen und Synagogen - und zwar durch Moslems! - Gesteigerter Nationalismus ist die logische Reaktion auf das, was gerade von Brüssel aus in ganz Europa autokratisch und ohne Legitimierung eingefädelt wird - die systematische Unterwanderung und Zerstörung der nationalen Souveränitat der Mitgliedstaaten, die ihre demokratischen Rechte sukzessive abtreten sollen. Darüber sollten Sie sich empören!
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