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«Marsch der Lebenden» Tausende gedenken der Opfer des Holocaust

Legende: Video Gedenktag in Israel abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 12.04.2018.
  • Rund 12'000 junge Juden aus aller Welt haben in Polen an die Opfer des Holocaust erinnert.
  • Beim «Marsch der Lebenden» gingen sie in Begleitung Überlebender der Schoah den rund drei Kilometer langen Weg von Auschwitz nach Birkenau, dem grössten der deutschen Vernichtungslager in der NS-Zeit.
  • Auch Israel gedachte gleichzeitig der Opfer.

An der Veranstaltung nahmen auch die Staatspräsidenten Israels Reuven Rivlin und Polens Andrzej Duda teil.

Jugendliche mit Fahnen
Legende: Mit Israel-Flaggen zogen Junge durch das Tor mit dem Schriftzug «Arbeit macht frei» im früheren Lager Auschwitz. Keystone

Der Konflikt zwischen den beiden Ländern um Polens umstrittenes Holocaust-Gesetz überschattete die Gedenkfeierlichkeiten. Rivlin sagte vor dem Marsch im Gespräch mit Duda: «Ein grosser Schatten liegt immer noch auf unseren Beziehungen, auch wenn wir uns auf der bilateralen Ebene verstehen.»

Die Vorschrift sieht Geld- und Haftstrafen für diejenigen vor, die dem polnischen Staat oder Volk «öffentlich und entgegen den Fakten» die Verantwortung oder Mitverantwortung für Verbrechen des Nazi-Regimes zuschreiben. Sie hatte eine tiefe diplomatische Krise zwischen den beiden Ländern ausgelöst.

Kritiker warfen der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) vor, von Polen begangene Verbrechen an Juden vertuschen zu wollen.

Rund 220'000 Holocaust-Überlebende in Israel

Auch Israel gedachte am Donnerstag der sechs Millionen Juden, die während des Holocaust von den Nationalsozialisten und ihren Helfershelfern ermordet wurden. Am Vormittag heulten landesweit zwei Minuten lang die Sirenen. Fahrer stiegen aus ihren Autos, Fussgänger hielten an und verharrten in stillem Gedenken.

Mehr als sieben Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs wohnen in Israel nach Angaben des zuständigen Finanzministeriums noch rund 220'000 Holocaust-Überlebende. Die Behörde hatte zuletzt ihre Definitionen erweitert. Demnach erhalten auch Juden aus arabischen Staaten heute Entschädigungszahlungen.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Katharina Regli (Kathareina)
    Was nützt das Gedenken, wenn die Kriege ( auch um Drogen) und Gewalt an der Zivilbevölkerung weltweit nicht abgenommen haben. Zweifelsohne macht es aber Sinn auf den Antisemitismus immer wieder aufmerksam zu machen. Gerade die gegenwärtige Situation in Syrien und Deutschland könnte Europa noch mehr destabilisieren und nach Verschwörungstheoretikern aber auch Neuzeitpropheten nach Bürgerkriegen in einem dritten Weltkrieg enden.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Anlässlich unserer geführten Reise 1972 nach Israel nutzten wir die "Zeit zur freien Verfügung" für private Entdeckungen, in einem Park diskutierten wir mit einer strenggläubigen Jüdin. Kurz vor 12 Uhr mittags bat sie uns, aufzustehen. Gemeinsam gedachten wir in der täglichen, traditionellen Schweigeminute der ermordeten Juden im 2. Weltkrieg.
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  • Kommentar von Jan-Christoph Gyger (JCG)
    Man sollte die anderen ( zigeuner, homosexuelle, behinderte, regime untreue detsche, russen, japaner, usw. ) 60 milionen tote des 2 weltkrieges auch mit in das gedenken einbeziehen. Alleine in russland starben mehr als 25 mio.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Sie können diesen Opfern jederzeit gedenken wenn Sie wollen. Aber "Einbeziehen" würde z.B. bei den 25 Mio Opfern des Russlandfeldzugs heissen dass Sie unter anderem auch Soldaten auf die selbe Stufe der Holocoust-Opfer stellen würden. Das wäre ganz falsch.
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    2. Antwort von Charles Halbeisen (ch)
      Stalins Morde werden normalerweise nicht unter dem Titel 'Holocaust' abgehandlt.
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    3. Antwort von Jan-Christoph Gyger (JCG)
      Ich spreche von allen opfer eines unnötigen Krieges, ich unterscheide dabei nicht zwischen rassen religionen oder politischen einstellungen, für mich gibt es einfach nur opfer und deren sollte man geschlossen gedenken. Alles andere ist eine andere art der separation. Und auch wenn die Soldaten nicht dazugerechnet werden dürfen, aus welchen unmenschlichen gründen auch immer sind immer noch viele milionen nicht Juden vergast und ermordert worden, denen sollte im gleichen atemzug gedenkt werden.
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