Massaker in US-Basis: Major droht Todesstrafe

Mit dem Schlachtruf «Allah ist gross!» erschoss vor vier Jahren US-Major Nidal Hasan 13 seiner Kameraden und verwundete weitere 32. Beim Prozessauftakt warfen die Ankläger Hasan vor, er hätte noch mehr Kameraden töten wollen.

Massaker in Fort Hood

Knapp vier Jahre nach dem Amoklauf auf dem US-Militärstützpunkt im texanischen Fort Hood hat der Prozess gegen den US-Major Nidal Hasan begonnen. Der muslimische Militär-Psychiater muss sich wegen 13-fachen vorsätzlichen Mordes und versuchten Mordes in 32 Fällen vor einer Militärjury verantworten. Dem 42-Jährigen droht die Todesstrafe.

Die Ankläger warfen dem mutmasslichen Terroristen beim Prozessauftakt vor, dass er bei dem Blutbad am 4. November 2009 so viele Kameraden wie möglich töten wollte. Hasan streitet die als Terrorangriff geltende Tat nicht ab. Er darf sich aber nach einer Entscheidung der Richterin nicht strafmildernd für schuldig bekennen, um sich damit vor einer Todesstrafe zu schützen. Als Motiv gab Hasan in Voranhörungen an, die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan vor US-Soldaten schützen zu wollen.

Angst vor Kompensationszahlungen

Das Massaker gilt als grösster Terrorakt nach dem 11. September 2001 – auch wenn das Pentagon den Fall als «Gewalt am Arbeitsplatz» einstuft. Überlebende und Angehörige kritisieren diese Einschätzung. Sie glauben, der Staat wolle sich so vor Kompensationszahlungen schützen.

Hasan, der damals von Polizisten angeschossen wurde, sitzt seither gelähmt im Rollstuhl. Er sieht sich selbst als «Soldat Allahs» im Dienst der Taliban. Der 42-Jährige lehnt jeglichen Rechtsbeistand ab und will sich selbst verteidigen.