Massenpanik in Indien: Polizisten sollen Opfer beraubt haben

Nach der Massenpanik vor einem Hindu-Tempel in Indien mit mehr als 100 Toten sind 21 Polizisten vom Dienst suspendiert worden. Gegen die Beamten werden schwere Vorwürfe erhoben.

Die Brücke, wo das Unglück geschah.

Bildlegende: Auf dieser Brücke über den Fluss Singh starben 115 Menschen. Keystone

Ermittlungen sollen nun ans Licht bringen, wie die Massenpanik entstehen konnte und wer schuld daran trägt. Der Polizei wird vorgeworfen, das Unglück durch Niederknüppeln von Gläubigen mit Schlagstöcken noch verschlimmert zu haben.

Ohrringe gestohlen?

Zudem wird den Beamten laut Medienberichten vorgeworfen, Opfer bestohlen und sogar Leichen und Verletzte in den Fluss geworfen haben. Männer in Uniform hätten während der Flucht von der Brücke Ohrringe, Kette und Fussringe an sich gerissen, sagte eine Augenzeugin.

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Massenpanik auf Brücke

0:19 min, aus Tagesschau vom 13.10.2013

Das Drama hatte sich am Sonntag zum Abschluss des religiösen Navaratri-Festes im Bezirk Datia des zentralen Bundesstaats Madhya Pradesh ereignet. Dort befanden sich etwa 20'000 Menschen auf einer Brücke vor dem Tempel, die den reissenden Fluss Singh überspannt.

Nach Polizeiangaben entstand die Panik durch ein Gerücht, dass die Brücke einzustürzen drohe. Mindestens 115 Menschen seien ertrunken oder erstickt, mehr als hundert weitere verletzt worden.