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International Massiv mehr Menschen aus Nord-Syrien auf der Flucht

Die von Russland unterstützten Kämpfe im Norden Syriens ziehen Millionen von Menschen in Mitleidenschaft. Die Zahl derer, die seit Anfang Oktober aus der Region geflohen sind, ist markant in die Höhe geschnellt. Sprach die UNO vor kurzem noch von 50'000 Flüchtlingen, sind es nun bereits 120'000.

In Syrien sind seit Anfang Oktober nach UNO-Angaben mindestens 120'000 Menschen vor den Kämpfen in den Bezirken Aleppo, Hama und Idlib geflohen. Vor einigen Tagen hatten die UNO noch von 50'000 Flüchtlingen in den betroffenen Regionen gesprochen.

Kämpfe um Aleppo betreffen mehrere Millionen Menschen

Die meisten der Flüchtlinge suchten in der Nähe ihrer Heimatorte oder in Lagern nahe der türkischen Grenze Schutz vor den intensivierten Gefechten, sagte eine UNO-Sprecherin in Genf.

Legende: Video SRF-Korrespondent zu den Flüchtlingszahlen abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 26.10.2015.

Derzeit toben in den Bezirken Aleppo, Hama und Idlib heftige Kämpfe zwischen der von der russischen Luftwaffe unterstützten syrischen Armee und verschiedenen Rebellengruppen. «Die EU-Kommission schätzt, dass die jüngsten Kämpfe um Aleppo – an denen sich auch Russland beteiligt – 3 Millionen Menschen in Mitleidenschaft ziehen», erklärt SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck.

Russland und USA führen erneut Gespräche

Russland will seine politischen Aktivitäten im Syrien-Konflikt weiter intensivieren. Das russische Aussenministerium teilte mit, Minister Sergej Lawrow habe mit seinem US-Amtskollegen John Kerry erneut telefoniert. Bei dem dritten Gespräch in den vergangenen Tagen sei es darum gegangen, andere regionale Regierungen in den politischen Prozess einzubeziehen.

Das russische Präsidialbüro erklärte später, auch Staatschef Wladimir Putin und der saudi-arabische König Salman hätten miteinander telefoniert. Thema seien ebenfalls Vorschläge zur Lösung der Krise in Syrien gewesen.

Oman bald in Vermittlerrolle?

Derweil erörterte der Aussenminister des Oman in Damaskus mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad Möglichkeiten für eine Beilegung des Konflikts. Oman könnte Diplomaten zufolge eine Vermittlerrolle zwischen Syrien und den Gegnern Assads einnehmen, zu denen neben den USA auch andere Golf-Staaten gehören.

Verzweifelte Menschen klettern über einen Zaun.
Legende: Die meisten Flüchtlinge suchen Schutz nahe der Heimat. Die Syrer hier (Bild vom Juni) überwinden die Grenze zur Türkei. Keystone/Archivbild

In Syrien herrscht seit Jahren Krieg. Truppen von Regierungschef Baschar al Assad, syrische Rebellen, die Extremistengruppe Islamischer Staat (IS), kurdische Milizen und andere Gruppen kämpfen in unterschiedlichen und teils wechselnden Allianzen gegeneinander.

EU greift Athen unter die Arme

Über zwei Millionen Syrer sind vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat in die benachbarte Türkei geflüchtet. Vor dort aus haben sich Zehntausende auf den Weg ins EU-Land Griechenland gemacht. Um das überforderte Land zu unterstützen, erhält Athen von der EU-Kommission zusätzliche 5,9 Mio. Euro. Damit sollen Aufnahmezentren eingerichtet werden.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Ungerechtigkeiten bis zu Verfolgungen gibt es in vielen Ländern auf der ganzen Welt. Es gibt vermutlich kein Land, dass solche Verbrechen während seiner Geschichte nicht erlebt hat. Auffällig ist, dass jedes mal, wenn die USA bzw. der Westen verdeckt oder offen irgendwo eingreifen, die Länder und deren Infrastruktur zerstört werden und das Leid bis hin zu Völkermord erst so richtig beginnt. In den allermeisten Fällen werden zum Töten der Menschen moderne Waffen aus westl. Produktion eingesetzt.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Naja, hier greifen vor allem die Russen ein, genau gleich wie in der Ukraine.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Putins Rechnung scheint aufzugehen. Noch mehr Zerstörung und Flüchtlinge in Syrien. Es geht nicht nur um Freund Assad, sondern auch eine Abrechnung mit dem Westen. Alles auf Europa abschieben. Meiner Meinung nach bombardiert er nicht den IS, sondern jene die gegen Assad-Regime kämpfen. Lügen konnte er schon immer gut. Frage mich, was noch vom Land Syrien übrig bleibt. Alles nur noch Schutt und Asche. Wer bezahlt den Wiederaufbau wenn der Krieg mal zu Ende sein sollte?
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotha)
    Der brutale Kampf zwischen SAA / NDF und dem IS am Jabbul See, die grossen Verluste des IS beim Versuch die strategisch wichtige 200 000 Einwohner Stadt Deir ez - Zor einzunehmen, Schreckensmeldungen von Enthauptungen und Drohungen gegen Minderheiten durch die "moderaten Rebellen", die Erwägung russischer Luftunterstützung durch den irakischen Premierminister Haider al-Abadi, der Besuch von Vertretern der Rebellen in Moskau; bei SRF erfährt man nichts davon.
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