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Nach Äusserungen Dijsselbloems Massive Rücktrittsforderungen an den Euro-Gruppen-Chef

Für Politiker aus Spanien, Portugal und Italien ist er als Führer der Eurogruppe untragbar geworden.

Legende: Audio Dijsselbloem will sich nicht entschuldigen abspielen. Laufzeit 01:20 Minuten.
01:20 min, aus Heute um Vier vom 22.03.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • In einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» sagte der Chef der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem, dass sich die nördlichen Eurostaaten in der Euro-Krise mit den Krisenländern solidarisch gezeigt hätten.
  • Diese hätten aber auch Pflichten. Man könne nicht sein ganzes Geld für Schnaps und Frauen ausgeben und die anderen anschliessend um Unterstützung bitten.
  • Südeuropäische Politiker fordern seinen Rücktritt.
Porträt eines Mannes.
Legende: «Rassistisch, fremdenfeindlich»: Portugals Ministerpräsident Antonio Costa findet Dijsselbloems Äusserungen daneben. Keystone

Der Chef der Euro-Gruppe, der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, ist nach seinen abfälligen Äusserungen gegenüber Südeuropäern mit massiven Rücktrittsforderungen konfrontiert. Für Politiker aus Spanien, Portugal und Italien ist er als Führer der Eurogruppe untragbar geworden.

«Chance zum Schweigen verpasst»

Portugals Ministerpräsident Antonio Costa nannte Dijsselbloems Äusserungen rassistisch, fremdenfeindlich und sexistisch. Für spanische Politiker von links bis rechts hat Dijsselbloem damit seine Neutralität und seine Glaubwürdigkeit verloren. Und für Italiens Sozialdemokraten hat Dijsselbloem «eine Chance zum Schweigen verpasst». Solche Leute verdienten nicht den Posten, den sie bekleideten. Griechenland befürchtet, dass damit die Nord-Süd-Spaltung der EU noch verschärft werde.

Keine Stilnoten für Interviews

Auch die EU-Kommission hält die Aussagen des Eurogruppenchefs für falsch, während Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble meinte, er vergebe keine Stilnoten für Interviews. Dijsselbloem wies Forderungen nach einem Rücktritt und einer Entschuldigung zurück. Er habe nicht bestimmte Länder kritisiert, sondern allgemein über Solidarität in der Eurozone gesprochen.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Immer mehr Mitgliedsstaaten liebäugeln mit der Idee des Nationalstaats anstatt mit der Vorstellung einer europäischen Wertegemeinschaft. Wie sieht es wirklich mit den demokratischen Werten und der europäischen Identität aus?Europa steckt in einer tiefen Krise. Der Brexit ist nur das letzte Kapitel einer langanhaltenden Verunsicherung und Skepsis.Welche Ursachen hat das schlechte Image der EU? Regelungswut, Bürokratiewahn und Lobbymacht?
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Diese europäischen Wertevorstellungen beruhen eben nur auf ganz viel Bürokratie, Auflagen, Vorschriften usw., welche den Staaten von Brüssel aufgezwungen werden. Und wenn Nationstaatlichkeit so verkehrt wäre, hätte nicht trotz EU jedes Land weiterhin seine Nationalflagge, eine Nationalhymne, Nationalfeiertage, Nationalmannschaften im Sport usw. Und jede Nation für sich einzigartig ist, funktionert dieser Einheitsbrei auf Dauer eben nicht. Wer will schon täglich Eintopf?
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Ich kann dem Grunde nach alles unterstreichen was Dijsselbloem sagen wollte. Allerdings ist die Ausdrucksweise verbesserungswürdig. Er hätte auch sagen können, dass mehr verfressen und versoffen wird, als diese Länder zu erarbeiten imstande sind. War auch schon vor dem Euro so, Ärmlichkeit und galoppierende Inflation waren da ihre ständigen Begleiter. Ihnen ging es vor dem Euro allesamt schlechter, als nach dem Euro, in den sich manche hinein geschlichen haben. Und jetzt diese Krokodilstränen?
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  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Cool, mal einer der weiss wovon er spricht. Deckt sich auch mit meiner Erfahrung bezüglich der Holländer die ich kenne: die sind auch alle ziemlich trinkfest. Prost!
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