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Ex-Premier gibt Comeback Matteo Renzi ist zurück

Legende: Video Matteo Renzis Comeback abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.05.2017.
  • Matteo Renzi ist wieder Chef der italienischen Sozialdemokraten, des Partito Democratico (PD): Der ehemalige Premierminister hat die parteiinterne Wahl mit über 70 Prozent der Stimmen gewonnen.
  • Er setzte sich dabei gegen Justizminister Andrea Orlando und den Präsidenten der süditalienischen Region Apulien, Michele Emiliano, durch.
  • An der Wahl beteiligten sich nach Angaben der Partei fast zwei Millionen Wähler.
  • Nach seiner Wiederwahl zum Parteichef könnte Renzi offiziell als Kandidat des Mitte-links-Blocks für das Amt des Premierministers aufgestellt werden.

Matteo Renzi hat seine wenig bekannten Konkurrenten mit mehr als 70 Prozent der Stimmen locker aus dem Feld geschlagen. Das hatten fast alle erwartet. Auch darum blieben gestern viele zu Hause; die Beteiligung an der Vorwahl war deutlich geringer als vor vier Jahren.

Anders als vor vier Jahren ist Renzi auch nicht mehr der junge, strahlende, unverbrauchte Hoffnungsträger. Denn in seinen drei Jahren als Ministerpräsident gelang auch Renzi vieles nicht. So konnte er etwa die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Italien nicht senken. Und sein Projekt, die Verfassung in zentralen Punkten zu ändern, erlitt im Dezember an der Urne Schiffbruch.

Zweite Chance für Renzi

Und trotzdem erhält Renzi eine zweite Chance, als Parteichef und als Spitzenkandidat für die Wahl im nächsten Frühjahr. Die Mitglieder und Sympathisanten des sozialdemokratischen Partito Democratico trauen es offenbar einzig ihm zu, bei dieser Wahl zu siegen.

Einfach wird es nicht werden: In Umfragen erzielt das Movimento Cinque Stelle, die Protestpartei Beppe Grillos, derzeit bessere Werte als Renzis PD. Gleichzeitig hat Italien immer noch ein Wahlrecht, das kaum zu einer stabilen Mehrheit führt.

Bisher einziger Kandidat

Seit gestern ist Renzi zurück und wird von heute an als Wahlkämpfer durchs Land ziehen. Einen Vorteil hat er dabei: Weder das Movimento noch die zersplitterte Rechte haben bisher Spitzenkandidaten bestimmt – für die Wahlen, die spätestens in einem Jahr stattfinden.

Das sagt Italien-Korrespondent Franco Battel

Renzi hat das Verfassungsreferendum im Herbst zwar verloren, doch gegen den Widerstand aller anderen Parteien erzielte er dabei immerhin 40 Prozent Zustimmung beim Volk. Auf dieses Potenzial hofft nun seine Partei PD. Gelingt dies, könnten Renzis Sozialdemokraten tatsächlich weiterregieren. Renzis Chance könnte darin liegen, dass es seine Konkurrenten, das Movimento Cinque Stelle von Komiker Peppe Grillo und die bürgerliche Rechte, nicht schaffen, valable Spitzenkandidaten für die nächste Wahl aufzustellen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Renzi ist zurück. Wie geht es eigentlich den diversen Erdbebenopfern in Zentralitalien. Man hört medial praktisch nichts mehr, obwohl aus Erfahrung auser grossen Ankündigungen und ersten provisorischen Hilfen vermutlich wenig weiter läuft. Italien hat noch mehr als Frankreich ein grosses Pensum vor sich, um wieder einigermassen da zu stehen. Die Staatsverschuldung ist weit über 100 %. Zum Glück ist die Ökonomie Italiens z.T. gut, wenigstens gewisse Branchen und Regionen.
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  • Kommentar von Dani Queren (Queren)
    Geduld, Geduld, Jetzt sind zuerst mal die Jungstars in Frankreich an der Reihe. Erst wenn der dann auch gescheitert ist kann man sich überlegen ob man noch weiter nach unten korrigieren muss (20-30 jährige). Irgendwann kommt dann mal die Erkenntnis, dass es eher an der Sachpolitik und weniger an der Personenpolitik liegt.
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  • Kommentar von Roland Gadient (Roland Gadient)
    Jetzt kann er sich bald als Steigbügelhalter in der EU bei Angi zurückmelden, es könnte ja sein, dass Frankreich sich am Sonntag verabschiedet.
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