Zum Inhalt springen

International Maut in Deutschland: Ausländer sollen nur für Autobahnen bezahlen

Was die Schweiz mit einer Vignette einzieht, soll in Deutschland elektronisch kontrolliert werden: Eine Gebühr zur Benützung der Strassen. Im nördlichen Nachbarland liegt nun eine Gesetzesentwurf dazu vor.

Maut-Schild
Legende: Die Maut soll in Deutschland ab 2016 eingeführt werden. Keystone/Archiv

Der Gesetzesentwurf von Verkehrsminister Alexander Dobrindt sieht vor, dass bei deutschen Autobesitzer die Maut auf Autobahnen und Bundesstrassen erhoben werden soll. Sie soll unter dem Strich keine Mehrbelastung bringen. Autofahrerfahrer aus dem Ausland sollen nur auf Autobahnen zahlen. Von ihnen erwartet Dobrindt nach Abzug der Kosten Mehreinnahmen von 500 Millionen Euro im Jahr.

Eingeführt werden soll die Maut 2016 für Personenwagen und Wohnmobile, aber nicht für Motorräder. Deutsche müssen die neue «Infrastrukturabgabe» jeweils für ein Jahr zahlen. Der Preis wird nach Umweltfreundlichkeit und Hubraum berechnet. Höchstens werden 130 Euro fällig, im Schnitt 74 Euro.

Keine Marke mehr aus Papier

Gebührenmarken aus Papier als Nachweis der gezahlten Maut sind nicht mehr vorgesehen. Inländer sollen vom Kraftfahrtbundesamt in Flensburg einen Bescheid über die Maut erhalten, die dann jährlich vom Konto abgebucht wird. Zur Überwachung ist eine elektronische Erkennung der Nummernschilder geplant. Ist ein Kennzeichen nicht im Bestand der Mautzahler registriert, drohen Geldbussen.

Ähnlich läuft in Deutschland bereits die Überwachung der Lastwagen-Maut, bei der mit Kontrollbrücken und mobilen Geräten ebenfalls Kennzeichen erfasst und geprüft werden. Das genaue technische System für die Pkw-Maut ist noch offen.

Für Ausländer gibt es Kurzaufenthalter-Mauts

Autofahrer aus dem Ausland können im Internet und an Tankstellen eine Zwölf-Monats-Maut nach Fahrzeugeigenschaften zahlen. Daneben soll es für sie eine Zehn-Tage-Maut für 10 Euro und eine Zwei-Monats-Maut für 22 Euro geben.

Insgesamt werden von In- und Ausländern Maut-Einnahmen von 3,7 Milliarden Euro im Jahr erwartet. Die Maut-Gelder sollen zweckgebunden für Verkehrsinvestitionen verwendet werden.

11 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Gideon Lasker, Uitikon Waldegg, ZH
    Es geht um flächendeckende digitale Überwachung von Fahrzeugen in Europa, die Bewegungsprofile ermöglichen. Genau das. Der Zweck heiligt in DE immer die Mittel. Wenn Herr und Frau Schweizer 3 mal im Jahr von ZH nach Frankfurt fahren, weil sie die studierende Tochter besuchen...wäre doch interessant zu wissen, warum die so regelmässig fahren, oder? Schauen wir doch mal, ob zu diesem Muster nicht gewisse grenzüberschreitende Zahlungen zuordenbar sind...oder schauen wir doch mal, ob...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Gideon Lasker, Uitikon Waldegg, ZH
    Die allerwichtigste Frage stellt hier niemand. Die Pkw-Maut wird als flächendeckende Kennzeichenüberwachung erhoben, no Vignette! Überwachung via elektron.Erkennung der Kontrollschilder! Ein DE-Bundesamt kontrolliert alle K.-Schilder per Fotoabgleich und speichert Daten (auch CH-Kontrollschilder) beim Kraftfahrzeugbundesamt in Flensburg. Alle wissen, dass DE auf Überwachung (BND-NSA) bezweckt, nichts anderes! CH-K.-Schilder in DE-Behörden gespeichert, und niemanden störts ?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bosshard Matthias, Spreitenbach
    Das wird ja lustig da ich CH Wechselschilder habe. Bin mal gespannt wie das via Nummernschild elektronisch kontrolliert werden soll ob ich nun mit einem Clio oder Masserati unterwegs bin .. Wartet ab, euch wird der Rabatt auch noch gestrichen es ist nur eine Frage der Zeit und damit der Wiederstand nicht so hoch ist wird es zuerst mal Inländisch abgezogen und später gestrichen. Grüsse aus der Schweiz, wir wissen warum wir letzthin eine Erhöhung unserer Vignette abgelehnt haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen