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Politisches Patt Mays Plan ist gründlich schiefgegangen

Ist der harte Brexit Geschichte? Die Einschätzung von SRF-Sonderkorrespondent Peter Balzli.

Theresa May.
Legende: War es das für Theresa May? Reuters

Die Konservative Partei verliert ihre absolute Mehrheit im britischen Parlament. Das ist eine bittere Schlappe für Premierministerin Theresa May. Sie hatte diese Wahlen angesetzt, um eine noch grössere Mehrheit zu bekommen hinsichtlich der Brexit-Verhandlungen mit der Europäischen Union. Dieser Plan ist gründlich schiefgegangen.

Peter Balzli.
Legende: Peter Balzli berichtet aus London. SRF

Jetzt braucht die Konservative Partei einen Koalitionspartner, um regieren zu können. Der wahrscheinlichste Partner ist die nordirische Democratic Unionist Party. Doch die Nordiren wollen keinen harten Brexit und werden Forderungen stellen. Theresa May kommt also nicht gestärkt, sondern geschwächt aus diesen Wahlen.

Oppositionschef Jeremy Corbyn hat bereits den Rücktritt der Premierministerin gefordert. Rücktrittsforderungen aus ihrer eigenen Partei werden folgen.

Dazu kommt: Die Koalitionsverhandlungen werden Zeit kosten. Je nachdem, wie lange sich Koalitionsgespräche hinziehen, könnte dies den Beginn der Brexit-Verhandlungen nach hinten schieben. Bisherigen Plänen zufolge sollten diese am 19. Juni beginnen.

Britische Brexit-Hardliner fürchten jetzt, dass es nicht zu einem «harten Brexit» kommt. «Der Brexit ist gefährdet» kommentierte die EU-kritische Daily Mail. Und der stramm konservative «Daily Telegraph» schreibt gar: «Grossbritannien wählt das Chaos».

10 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die stolzen Konservativen Grossbritanniens die Partei von W. Churcill und M. Tatcher ist zur Zockerpartei verkommen. Noch regieren sie, aber sie haben keine moralische Kraft mehr. Auch Corbin steht mehr für Stimmung als für rationale Politik. Viele junge Briten haben ihr Idol vom krassen Aussenseiter zum neuen Star der Britischen Politik gemacht. Ein Rosenkrieg bei den Scheidungsverhandlungen Brexit wird allen schaden, gerade den wichtigen Wirtschaftspartner der EU.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Täuschen wir uns nicht, die Wahl in GB war kein Exit vom Brexit. Das Königreich kreist weiter auf eine Art Politautismus um sich selbst. Es gibt keine handlungsfähige Mehrheit mehr, kein politisches Zentrum, keine Autorität. Gerade deshalb sollte Europa den Druck nicht verschärfen, es ist nicht die Zeit für Überheblichkeit und Häme. Vielleicht eröffnet dieser Wahlausgang die Chance zu besseren Lösungen beim Binnenmarkt oder PFZ. .
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  • Kommentar von Geneviève Schmid (Geneviève)
    Die Verlogenheit Mays lässt einen staunen: Keine Neuwahlen! - Neuwahlen. Werde bei Verlusten zurücktreten! - nun macht sie weiter. Pensionäre sollen ihr Vermögen aufbrauchen - nein, doch nicht. EU-Kritik ist sehr berechtigt, aber die Brexit-Verantwortlichen sind unglaublich verantwortungslos. Erst das Volk spalten, danach schnell verduften? Das ist keine Alternative.
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