Mehr als 30 Tote bei Unwetter in Japan

Schlammmassen begraben ganze Häuser unter sich: In Japan sterben zahlreiche Menschen bei heftigen Unwettern, Retter suchen weiter nach Verschütteten. Ministerpräsident Shinzo Abe bricht seinen Urlaub ab.

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Erdrutsch bei Hiroshima

1:11 min, aus Tagesschau am Mittag vom 20.8.2014

Bei Erdrutschen und Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen im Westen Japans sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei in der Präfektur Hiroshima sprach von 36 Opfern. Bis zu sieben Menschen wurden den Berichten zufolge noch vermisst.

Unter den Toten seien auch ein zweijähriges und ein elfjähriges Kind, die in Hiroshima verschüttet worden waren. Zudem seien eine 77-jährige Frau und ein Retter ums Leben gekommen, berichtete der Fernsehsender NHK. Mehr als 900 Menschen mussten in Notunterkünften Zuflucht suchen.

Ministerpräsident Shinzo Abe kehrte aus seinem Urlaub nach Tokio zurück. Er erklärte, die Regierung habe mehr als 500 Soldaten für die Rettungsarbeiten nach Hiroshima geschickt. Örtliche Stellen hatten um Unterstützung gebeten.

Soldaten und Helfer suchen nach Überlebenden in Hiroshima.

Bildlegende: Soldaten und Helfer suchen nach Überlebenden in Hiroshima. Reuters

Weitere Unwetter drohen

Die Behörden hatten am Mittwochmorgen vor Erdrutschen in dem besonders betroffenen Stadtteil Asakita gewarnt. Sie räumten aber ein, dass die Warnung möglicherweise zu spät gekommen war. «Es ist bedauerlich, dass die Aufforderung zur Evakuierung erst erfolgte, nachdem das Unglück geschehen ist», sagte Hiroshimas Bürgermeister Kazumi Matsui dem Sender NHK.

Meteorologen warnten vor neuen Schlammlawinen, Überschwemmungen und Hochwasser in Flüssen in weiten Teilen Westjapans.