Mehr Frauen in Japans Regierung

Regierungschef Shinzo Abe beruft drei Frauen in sein Regierungsteam. Darunter die 40-jährige Yuko Obuchi, die das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie übernimmt. Sie ist die Tochter des früheren Regierungschefs Keizo Obuchi.

Eine japanische Frau streicht sich das Haar zurück.

Bildlegende: Yuko Obuchi übernimmt das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie. Keystone

Frauenförderung unter Japans Regierungschef Shinzo Abe: Fünf der 18 Ministerposten in der japanischen Regierung werden nun von Frauen bekleidet. Bisher waren es zwei. Damit ist die Zahl der Frauen in der japanischen Regierung so hoch wie seit 2001 nicht mehr. Abe rückt so dem von ihm selbst propagierten Ziel etwas näher.


«Regierungschef Abe will, dass mehr Frauen arbeiten»

3:37 min, aus SRF 4 News aktuell vom 03.09.2014

Bis 2020 sollen in Japan 30 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt sein. Bisher sind es nur elf Prozent. Weil das Land rasch überaltert, fehlen der Wirtschaft zunehmend junge Arbeitskräfte.

Frauen seien die «ungenutzteste Ressource» Japans, stellte Abe dieses Jahr fest. Er will nun ein gutes Beispiel geben. Denn auch der Politikbetrieb ist geprägt durch ältere Herren.

Frauenförderung mit Nebengedanken

Weitere Schlüsselpositionen wurden bei der ersten Kabinettsumbildung seit Abes Amtsantritt im Dezember 2012 allerdings nicht angetastet. Aussenminister Fumio Kishida, Finanzminister Taro Aso und Kabinettssekretär Yoshihide Suga bleiben im Amt.

Beobachter werten den Postentausch auf den niederen Kabinettsrängen auch als Machtdemonstration. Abe gebe seiner Liberaldemokratischen Partei (LDP) den Tarif durch, aus deren Reihen Hinterbänkler Regierungsposten eingefordert hätten.