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Nach Anschlag in der Türkei Mehrere Büros der pro-kurdischen HDP verwüstet

Legende: Video Terror kehrt zurück abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.12.2016.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem Anschlag in Kayseri ist es in der vergangenen Nacht zu Angriffen auf Büros der pro-kurdischen Opposition gekommen. Mehrere Büros der HDP wurden mit Steinen beworfen.
  • Präsident Erdogan macht die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für den Anschlag verantwortlich. Die HDP hält er für ihren verlängerten Arm.
  • Bei dem Anschlag vom Samstag kamen 14 Menschen ums Leben. Ein Verletzter starb in der Nacht an seinen schweren Verletzungen im Spital.
Anschlagsort Kayseri in der Zentraltürkei
Legende: Anschlagsort Kayseri in der Zentraltürkei SRF

Nach dem Terroranschlag in der zentralanatolischen Stadt Kayseri ist es in der Nacht zum Sonntag zu Angriffen auf Büros der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP gekommen. In sozialen Medien kursierten zudem Mordaufrufe gegen Abgeordnete und Parteifunktionäre.

Der deutsch-türkische HDP-Parlamentarier Ziya Pir sprach gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Istanbul von einer «Pogromstimmung». Die HDP teilte mit, es seien Büros in Istanbul und Ankara mit Steinen beworfen worden. Eine aufgebrachte Menge habe versucht, sich Einlass zu verschaffen. In der Nähe von Ankara hätten Dutzende Menschen die Einrichtung nach draussen geschafft und dort in Brand gesetzt.

Abgeordnete der Regierungspartei AKP riefen zur Mässigung auf. «Im Rechtsstaat gibt es keine Selbstjustiz», twitterte der Abgeordnete Mustafa Yeneroglu, der auch Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses im Parlament in Ankara ist. Er forderte, die Angreifer anzuzeigen.

Weiteres Todesopfer

Nach dem Anschlag auf einen mit Soldaten besetzten Bus in Kayseri ist die Zahl der Toten inzwischen auf 14 gestiegen. Einer der fast 60 Verletzten starb nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu im Spital. 15 Personen seien festgenommen worden.

Die Regierung macht die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für den Anschlag verantwortlich. Präsident Recep Tayyip Erdogan hält die HDP für den verlängerten Arm der PKK. Die HDP – die den Anschlag von Kayseri verurteilt hat – weist das zurück.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Chasper Stupan (kritischabündner)
    Tragisch und gefährlich! Das erinnert schon sehr stark an Deutschland vor 80 Jahren. Und die Türkei hat durchaus das Potenzial grossflächig, d.h. in ganz Europa und im Nahen Osten massiv Unruhe zu stiften und nicht genehme Entwicklungen, Organisationen und Regierungen zu untergraben. Erdogan ist skrupellos, berechnend und gefährlich.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Es zeigt sich, dass die Politik des türkischen Staatspräsidenten den Terrorismus in der Türkei eben nicht eindämmt, sondern eher befördert. Je energischer er gegen die PKK vorgeht, umso mehr regt sich der Widerstand – und auch der gewalttätige Widerstand. Wenn man diese Spirale der Gewalt beenden möchte, dann muss man zum Friedensprozess übergehen. Dazu ist Erdogan nicht bereit, er will die PKK vernichten, was ihm nicht gelingen wird.
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Erdogan geht vor allem gegen die HDP und unbewaffnete Zivilisten/Kurden vor. Das rief erst die PKK in diesem Ausmaße auf den Plan. Actio - Reactio! Die erneute Eskalation fand nach den Wahlen im Sommer 2015 statt, als die HDP weit über 10 % Stimmen gewann und er die absolute Mehrheit verlor. Da sah Erdogan Rot.
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    2. Antwort von Alexander Wach (birry)
      Gestern haben 100000 Kurden in Diyarbakir gegen PKK demonstriert. PKK hat zum grosse Verluste erlitten und zum anderen wird nicht mehr vom Volk unterstützt, sondern wird nur vom Ausland unterstützt. Es wurden 7500 PKK Teroristen seit letztem Jahr eleminiert. Daher greift PKK jetzt die selbstständige Anschläge von Extrremisten gefordert, die mit minimalem Einsatz zu maximalen schäden führen sollen. Es gibt keine Koordination mehr innerhalb PKK. Daher wird es sehr wohl gelingen PKK zu vernichten
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Das Klima gegen die Kurden schuf Erdogan ganz bewusst, um seine politischen Ziele zu verwirklichen. Und die nächsten Schritten waren Terror-Aktionen, um dann scheinheilig mit Militär und Polizei gegen Dörfer, Städte und Regionen vorzugehen. Geschichte wiederholt sich leider. Man gibt sich einmal Mühe, sich etwas Neues einfallen zu lassen. Menschen, die an einer Zusammenarbeit interessiert wären, werden bewusst ausgeschaltet. Die gesamte Bevölkerung der TR wird darunter leiden.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Die Türken wollen es ja so Herr Szabo, nun sollen sie es auch so haben.
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      aber nicht vergessen, es gab schon vor Erdogan starke Auseinandersetzungen mit den Kurden. Er benutzte diesen Konflikt für seine Interessen und liess ihn eskalieren. Es werden immer mehr Anschläge von kurdischer Seite kommen, je mehr er sie versucht zu beseitigen und zu vertreiben,
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