Mehrere Tote bei sintflutartigen Regenfällen in Vietnam

Bei heftigen Regenfällen sind in Vietnam mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. In fünf Provinzen wurden 242'000 Häuser zeitweise überschwemmt und fast 3000 Hektar Felder mit Reis und Gemüse zerstört.

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Verheerende Fluten fordern in Vietnam mehrere Tote (unkomm.)

1:12 min, vom 17.11.2013

Nach heftigen Regenfällen in Zentralvietnam ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 31 gestiegen. Vier Leichen wurden nach Behördenangaben seit Samstag gefunden, sechs Menschen galten weiterhin als vermisst.

Insgesamt wurden in den fünf Provinzen 242'000 Häuser zeitweise überschwemmt und fast 3000 Hektar Felder mit Reis und Gemüse zerstört. Das Wasser lief am Montag ab, die meisten Menschen kehrten in ihre Häuser zurück.

Grösste Fluten seit Jahrzehnten

Am Freitag und Samstag war dem nationalen Wettervorhersagezentrum zufolge sintflutartiger Regen von bis zu 800 Millimetern in mehreren Gegenden Zentralvietnams niedergegangen, der Wasserpegel schnell ansteigen liess und die Region überschwemmte.

Einige Wasserstrassen standen bis zu zwei Meter über ihrem normalen Pegel. Mehrere Menschen wurden von den Fluten mitgerissen. «In den letzten 30 Jahren habe ich noch nie Fluten von so grossem Ausmass in Binh Dinh gesehen», sagte der Direktor der örtlichen Katastrophenschutzbehörde, Phan Xuan Hai.

Rettung per Boot

Aus der Küstenstadt Hoi An in der zentralvietnamesischen Provinz Quang Nam berichteten Augenzeugen, dass einige der historischen Häuser knietief im zum Strom angeschwollenen Thu Bon-Fluss standen. Menschen versuchten, ihr Hab und Gut auf Booten ins Trockene zu bringen.

Ein überschwemmter Hoteleingang mit einem Fahrrad, das im Hintergrund überspült im Wasser steht.

Bildlegende: Böses Erwachen in Dà Nang, im Osten von Vietnam: Flüsse und Bäche traten bis zu zwei Meter über die Ufer. Twitter/Emma Ward

Auch Touristen wurden per Kahn aus überschwemmten Unterkünften gebracht. «Ungefähr dort, wo vor wenigen Stunden noch Hotelgäste an der Rezeption standen, ist jetzt ein brauner See», berichtete ein Tourist in Hoi An.

70'000 Menschen evakuiert

Hochwasser sind in der Stadt auf der alten Seidenstrassen-Route nichts Ungewöhnliches. Mit Gelassenheit hatten Einwohner die Sachen aus ihren Häusern verstaut, solange die Strassen noch halbwegs passierbar waren.

In anderen Gebieten stellte sich die Lage weitaus dramatischer dar: Behördenangaben zufolge wurden einige Ortschaften komplett von den Fluten isoliert. Tausende Menschen sässen dort fest. Die Regierung liess 70'000 Menschen im betroffenen Gebiet in Sicherheit bringen. Das Militär setzte Helikopter ein, um Bewohner auszufliegen.