Zum Inhalt springen

International Merkel: «Je weniger krypto, desto eher überwacht»

Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hat neben ihrem abgesicherten Regierungshandy lange Zeit auch ein weiteres Telefon auf Partei-Rechnung benutzt. Dieses könnte ins Visier des US-Geheimdiensts NSA geraten sein.

«Ich habe immer überlegt, wie man Parteikommunikation und Regierungskommunikation auseinanderhalten kann», erläuterte Merkel nach Gipfelberatungen in Brüssel. «Deshalb benutze ich ein Handy, das auf das Konto der Partei läuft, damit ja nie der Eindruck entsteht, ich würde Regierungsgelder für Parteikommunikation verwenden.»

Über die verschiedenen Schutzmöglichkeiten der Handys wollte sich die Kanzlerin nicht weiter auslassen: «Dass die, die weniger Krypto sind, eher überwacht werden als die, die Krypto sind, ist vielleicht in der Logik nicht ganz zufällig», sagte Merkel nur.

Aufwändige Nutzung

Deutsche Sicherheitsexperten sind überzeugt, dass die NSA keine verschlüsselten Gespräche mit dem Regierungstelefon knacken konnte. Das für Regierungskommunikation zuständige Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte laut «Süddeutscher Zeitung» am Donnerstag erklärt, das mutmasslich von der NSA angezapfte Handy sei nicht als abhörsicher eingestuft gewesen.

Allerdings kann man auch mit Krypto-Handys ungeschützte Telefonate führen, etwa wenn der Gesprächspartner nicht für verschlüsselte Kommunikationen ausgerüstet ist. Zudem brachte die Nutzung der Hochsicherheits-Geräte bisher immer Einschränkungen mit sich. So waren etwa zwei verschiedene Telefone zum Telefonieren und die Internet-Nutzung notwendig. Erst in letzter Zeit bekommen die Behörden neue Sicherheits-Smartphones, bei denen man mit einem Gerät auskommen kann.

3 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Urs Schmidlin, Riehen
    "Der Freiburger Historiker Josef Foschepoth, die Koryphäe auf diesem Gebiet, hat im linksliberalen Wochenblatt «Die Zeit» ausführlich dargelegt, dass sich die Amerikaner in zahlreichen nach dem Krieg geschlossenen bilateralen Verträgen sowie 1968, als das Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses verabschiedet wurde, weitgehende Überwachungsrechte sicherten, dass diese Verträge rasch zu deutschem Recht wurden und praktisch ausnahmslos bis heute gelten" (Quelle: NZZ)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Forster, Wangen
    Liebe Frau Merkel. Sind Sie 100% sicher, dass die Verschlüsselung von ihrem Telefon nicht auf US Technologie basiert?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Markus Meier, Wohlen
      US-Technologie ist kein Problem - die Crypto-Sachen sind ja öffentlich und haufenweise erforscht, und gelten als ziemlich sicher sicher.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen