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International Merkel und Hollande nehmen Muslime in die Pflicht

Der Islam soll sich klar vom Terror abgrenzen, fordert die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie nimmt die Muslime aber gleichzeitig in Schutz. Auch der französische Präsident François Hollande richtet sich an die Muslime im eigenen Land – und fordert Respekt vor Freiheit und Demokratie.

Merkel und Holland im Vorfeld zum Gedenkmarsch in Paris
Legende: Haben sich beide an die Muslime in ihren Ländern gerichtet: Angela Merkel und François Hollande. Keystone

Frankreichs Präsident François Hollande hat von den Muslimen des Landes Respekt vor Freiheit und Demokratie eingefordert. Dies während eines Besuchs im Institut der Arabischen Welt in Paris. So wie Frankreich Muslime schütze und achte, müssten diese auch das Land respektieren, erklärte Hollande.

Frankreich sei ein Land mit Regeln, Prinzipien und Werten. «Darunter gibt es Werte, die nicht verhandelbar sind und es auch nie sein werden, wie Freiheit und Demokratie.» Der Islam sei durchaus mit der Demokratie vereinbar und das laizistische Frankreich sichere den Respekt für alle Religionen.

Zugleich hob Hollande das Leiden vieler Muslime unter islamistischem Extremismus hervor: «Muslime sind die ersten Opfer von Fanatismus, Fundamentalismus und Intoleranz», betonte der Staatschef.

Merkel: «Muslime müssen sich eindeutig vom Terror abgrenzen»

Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich heute im Bundestag in Paris an die Muslime gerichtet. Im Rahmen einer Regierungserklärung zu den Terroranschlägen hat sie dazu aufgerufen, sich eindeutig vom Terror im Namen des Islam abzugrenzen. Dabei sei vor allem die muslimische Geistlichkeit gefordert.

Merkel bekräftigte, dass der Islam inzwischen auch zu Deutschland gehöre. Sie warf aber zugleich die Frage auf, ob islamistischer Terror wirklich nichts mit dem Islam zu tun habe. «Ich halte die Klärung dieser Frage durch die Geistlichkeit des Islams für wichtig. Dieser Frage kann nicht länger ausgewichen werden», sagte Merkel.

Zugleich nahm Merkel die etwa vier Millionen Muslime hierzulande gegen pauschale Schuldzuweisungen in Schutz. «Jede Ausgrenzung (...), jeder Generalverdacht verbietet sich.» Die allermeisten Muslime in Deutschland seien «rechtschaffene, verfassungstreue Bürger».

Merkel will Stärkung der Sicherheitsbehörden

Ohne die Anti-Islam-Bewegung Pegida, die in Deutschland seit Wochen Zehntausende anzieht, beim Namen zu nennen, betonte Merkel: «Wir alle haben Fremdbilder im Kopf» - sie bestünden aus «Erfahrung, Gehörtem, aus ungeprüften eigenen Vorstellungen, auch aus Ängsten. Bei manchen werden Fremdbilder zu Feindbildern.»

Gleichzeitig stellte Merkel aber auch eine Stärkung des Sicherheitsapparats in Aussicht. «Wir müssen den Sicherheitsbehörden insgesamt die erforderliche personelle und finanzielle Ausstattung verschaffen, die sie benötigen, um unsere Sicherheit bestmöglich zu gewährleisten.»

Die Kanzlerin verwies auf eine in Arbeit befindliche Gesetzesregelung ihrer Regierung. Diese soll es Behörden künftig erlauben, verdächtigen Terroranhängern künftig den Personalausweis abzunehmen, um eine Ausreise in Kampfgebiete zu verhindern.

16 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Dem Hosenanzug geht der Allerwerteste wohl langsam auf Grundeis! Diese Dame weiss ganz genau, wie satt die meisten Deutschen das erniedrigende, von Politik, Medien und Kirchen befeuerte Islamdiktat inzwischen haben. Wenn es im grossen Kanton erstmal losgeht mit dem islamischen Terror wie in Frankreich - dann könnte sich der Michel vergessen! 57% der Deutschen empfinden den Islam jetzt schon als akute Bedrohung - und das war vor Paris!
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  • Kommentar von Rolf Michel, 1723 Marly
    ... hohles Gerede von Politikern - absolut nicht lesenswert!
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Das Schmusi-Bildchen ist einfach nur peinlich. Mit so viel "Macht" und sehr oft unlauterer Bevorzugung der Wirtschaft gegen die Umwelt, wie die beiden in den letzten Jahren herumspielen, ist es einfach nur peinlich. Hier zeigt man so viel Gefühl, das man offensichtlich eben nicht hat. Ich glaube, dass gerade hier das Problem liegt.
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    1. Antwort von O. Toneatti, Bern
      Roe@ Die beiden Liebenden haben sich an diesem Treffen verlobt. Da darf man sich schon ein bisschen näher kommen. Meinen Sie nicht auch? mfg OT
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