Mexikanischer Gouverneur nimmt den Hut

Das Verschwinden von 43 Studenten in Mexiko hat weitere Konsequenzen: Der Gouverneur des Bundesstaats Guerrero ist zurückgetreten.

Brennendes Foto von Ángel Aguirre Rivero.

Bildlegende: Die Demonstranten in Iguala hatten schon vorher deutlich gezeigt, was sie von Ángel Aguirre Rivero halten. Keystone

Fast einen Monat nach dem Verschwinden Dutzender Studenten im Südwesten Mexikos ist der Gouverneur des Bundesstaats Guerrero zurückgetreten. Ángel Aguirre Rivero kündigte an, den Kongress zu bitten, ihn von seinem Amt freizustellen.

Der Politiker der Partei der Demokratischen Revolution (PRD) war wegen seines Krisenmanagements zuletzt immer stärker in die Kritik geraten. Nach Auseinandersetzungen in der Stadt Iguala am 26. September hatten Polizisten 43 Studenten verschleppt.

Keine Spur von den Studenten

Sie übergaben diese der kriminellen Organisation «Guerreros Unidos». Von den jungen Menschen fehlt jede Spur. Der Bürgermeister der Stadt soll den Einsatz angeordnet haben. Die «Guerreros Unidos» haben nach Einschätzung der Ermittler die Stadtverwaltung und die örtlichen Sicherheitskräfte infiltriert.

Mexico-Karte

Bildlegende: Iguala liegt rund 200 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt, SRF

Seither gab es immer wieder Proteste in der Stadt Iguala. Erst am Donnerstag zündeten Demonstranten das Rathaus an. Der Bürgermeister der Stadt ist auf der Flucht.

Neue Gräber entdeckt

Rund 50 Verdächtige wurden bisher festgenommen, darunter zahlreiche Gemeindepolizisten. Rund um die Stadt Iguala hatten die Ermittler Massengräber mit Leichen entdeckt. Doch es handelte sich laut Generalstaatsanwaltschaft nicht um die Vermissten.

Bürgerwehren fanden nahe Iguala unterdessen neue Gräber. Forensiker untersuchen nun, ob die dort entdeckten Überreste von den vermissten Studenten stammen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Aufruhr in Mexiko

    Aus Tagesschau vom 23.10.2014

    Eine Gruppe Vermummter hat in der mexikanischen Stadt Iguala die Stadtverwaltung in Brand gesetzt. Sie machen zusammen mit der Justiz den Bürgermeister der Stadt und dessen Frau für das Verschwinden von 43 Studenten verantwortlich.

  • Ungewissheit in Mexiko bleibt

    Aus Tagesschau vom 15.10.2014

    Die vierzig vermissten Studenten sind nicht unter den in einem Massengrab gefundenen Leichen. Dies bestätigen die mexikanischen Behörden. Vor zwei Wochen wurden die Studenten während einer Demonstration verhaftet. Seither fehlt von ihnen jede Spur.