Mexiko wird für die USA interessant

Jahrelang haben zwei Themen die Beziehungen zwischen den USA und Mexiko geprägt: Sicherheit und Einwanderung. Künftig soll aber nun die Wirtschaft im Mittelpunkt stehen.

Arbeitstreffen der Präsidenten Obama und Peña Nieto im mexikanischen Nationalpalast.

Bildlegende: US-Präsident Obama besucht den mexikanischen Präsidenten Peña Nieto im Nationalpalast. Keystone

Wenn ein amerikanischer Präsident Mexiko besucht, dann redet er meist über Drogen, Kriminalität oder Migration.

Das ist auch bei dem Arbeitstreffen von US-Präsident Barack Obama mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto so gewesen – aber nicht nur. Obama sprach in Mexiko-Stadt von einer historischen Chance, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Mexiko und den USA weiter auszubauen und neue Jobs zu schaffen.

Reformen im Ölgeschäft geplant

Hintergrund der amerikanischen Initiative sind die in Mexiko geplanten Reformen, vor allem jene im Gas- und Öl-Geschäft. Gelingt es Mexiko, den staatlichen Erdölkonzern Pemex effizienter zu machen, dann könnte es in den nächsten Jahren stark wachsen. Davon verspricht sich auch die amerikanische Wirtschaft kräftige Impulse. Das war der Grund, weshalb die Wirtschaft die anderen Themen zwischen den USA und Mexiko für einmal in den Hintergrund drängte.

Allzu konkret wurden die beiden Präsidenten Peña Nieto und Obama bei ihrem kurzen Treffen allerdings nicht. Sie beschlossen vorderhand nur, eine gemeinsame Kommission unter US-Vizepräsident Biden zu schaffen. Diese soll Vorschläge erarbeiten, wie beide Länder in Wirtschaft und Bildung noch enger zusammenarbeiten können. Diese Kommission tagt erst im Herbst zum ersten Mal. Das mag daran liegen, dass Mexiko viele der wichtigen Wirtschaftsreformen zwar angeschoben, aber noch wenig beschlossen hat. (aebn;weis)