MH17: Artilleriebeschuss vertreibt Experten von Absturzstelle

Die internationalen Experten haben ein Gebiet der von ihnen abgesuchten Absturzstelle der MH17 in der Ostukraine wegen Artilleriebeschuss verlassen müssen. Das Team hatte erst am Freitag mit der Spurensicherung an Wrackteilen begonnen.

Experten untersuchen Wrack

Bildlegende: Bereits am Freitag hatten die Experten mehrere Stunden an der Unglücksstelle gearbeitet. Keystone

Einen Tag nach Beginn ihrer Arbeit mussten die Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Absturzstelle der MH17-Passagiermaschine bereits wieder verlassen.

In rund zwei Kilometer Entfernung waren Artillerieschüsse zu hören. Die Schüsse hätten den Boden erschüttert, erklärte der Vize-Chef der Ukraine-Mission der OSZE, Alexander Hug. Das Risiko sei zu gross gewesen.

Hug bekräftigte, die pro-russischen Separatisten hätten den Zugang der Experten aus den Niederlanden und Australien zu der von ihnen kontrollierten Zone akzeptiert. Es sei derzeit noch zu früh, um festzustellen, ob der regionale Waffenstillstand in dem Gebiet gebrochen worden sei.

Noch vermisste Leichen

Die rund 70 von bewaffneten Separatisten überwachten Spezialisten hatten am Samstag ihre Suche nach den sterblichen Überresten von Opfern des Flugzeugabsturzes fortgesetzt.

Die Boeing 777 war am 17. Juli mutmasslich von prorussischen Separatisten abgeschossen worden. 298 Personen kamen ums Leben. Die Experten sollen die noch vermissten Leichen bergen. Die Separatisten hatten lediglich 227 Leichen an die Niederlande übergeben – 193 Opfer stammten von dort.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Experten gelangen erstmals zum MH17-Absturzort

    Aus Tagesschau vom 31.7.2014

    Zwei Wochen nach dem Absturz eines malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine haben niederländische und australische Ermittler erstmals den Absturzort erreicht. Sie suchen nach Beweisen und den noch immer 80 vermissten Leichen.