MH17: Identifizierung der Opfer beginnt

Eine Woche nach dem mutmasslichen Abschuss von MH17 geht das Tauziehen um die Untersuchung weiter. Während Russland und die Ukraine sich gegenseitig beschuldigen, verlangen die Niederlande freien Zutritt zur Unglücksstelle. Ein internationales Expertenteam begann mit Identifizierung der Opfer.

Soldaten tragen einen Sarg auf ihren Schultern aus einem Transportflugzeug.

Bildlegende: Bereits waren die ersten 40 Opfer nach Hilversum überführt worden. Heute wurde mit der Obduktion begonnen. Keystone

Die Niederlande wollen sich für eine internationale Polizeitruppe an der Absturzstelle des Fluges MH17 in der Ostukraine einsetzen. Ziel: Die internationalen Ermittler sollen besser geschützt werden. Die Niederlande und Australien bereiten eine entsprechende Resolution für den UN-Sicherheitsrat vor

Nach der Überführung der bisher geborgenen Opfer, die heute abgeschlossen werden soll, ginge es nun um «Klarheit über die Ursache und die Verfolgung und Bestrafung der Täter», erklärte die Regierung in Den Haag. Aussenminister Frans Timmermans beriet sich dazu mit seiner australischen Kollegin Julie Bishop in Kiew.

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Erste Todesopfer nach Niederlande überführt

1:31 min, aus Tagesschau vom 23.7.2014

DNA-Proben sollen heute eintreffen

Gestern waren die ersten 40 Opfer in den Niederlanden angekommen. Dort sollen sie identifiziert werden. Malaysische Polizisten und Forensiker sind bereits in den Niederlanden eingetroffen.

Auch drei neuseeländische Experten sollen noch zum Team stossen. Sie haben spezielle Erfahrung bei der Opferidentifizierung nach dem Tsunami in Thailand 2004 und dem Erdbeben in Christchurch 2011 gesammelt.

Ebenfalls auf dem Weg in die Niederlande sind zwei Experten aus Malaysia und Neuseeland. Sie haben DNA-Proben im Gepäck, mit deren Hilfe die Opfer bestimmt werden sollen.

Auch russische Spezialisten werten Flugschreiber aus

Die Ermittlungen nach dieser Katastrophe, die offiziell vom nationalen Sicherheitsrat der Niederlande geleitet werden, gingen an mehreren Orten weiter. Die Flugschreiber der Boeing wurden nach Farnborough in Südengland gebracht. Erste Ergebnisse erwartet der niederländische Rat in einigen Wochen. An der Auswertung sind nach Angaben aus Moskau auch russische Spezialisten beteiligt.

In der Ukraine überprüfte der Geheimdienst SBU den Funkverkehr zwischen Fluglotsen am Boden und den MH17-Piloten. Moskau warnte vor einer möglichen Verfälschung des Materials.