Meist eine «Denkzettelwahl» für die Präsidentenpartei

Die magische Zahl für den US-Senat ist die Sechs. Verlieren die Demokraten sechs oder mehr Sitze, verlieren sie die Mehrheit. Gut möglich, sagen Politbeobachter. Und auch der Blick in die Vergangenheit zeigt: Verluste für die Präsidentenpartei bei Midterm Elections sind die Regel.

Das Kapitol, der Sitz des Kongresses, in einer Aufnahme von 1953

Bildlegende: Viel zu holen gibt es für die Präsidentenpartei bei Midterm Elections meist nicht. Zu verlieren aber schon. Reuters

55:45. So lautet das aktuelle Sitzverhältnis im US-Senat. 55 Sitze (davon 2 Unabhängige) haben die Demokraten, 45 die Republikaner.

Für die Midterm Elections bedeutet das: Die magische Zahl ist die Sechs. Gelingt es den Republikanern, mindestens sechs Sitze dazuzugewinnen, haben sie auch im Senat die Mehrheit. Zur Wahl stehen insgesamt 36 Senatssitze – 21 von den Demokraten, 15 von den Republikanern.

Im Repräsentantenhaus haben die Republikaner die Macht schon seit 2010. Und es besteht kein Zweifel daran, dass sie auch dort noch Sitze erringen werden.

Nur zwei Sieger: Clinton und Bush

Für Präsident Barack Obama und seine Demokraten wäre der Verlust der Mehrheit im Senat ein herber Schlag – der Präsident würde im Kongress damit auch seine letzte Machtbasis verlieren. Seine Handlungsfähigkeit wäre massiv beschnitten. Er würde zu dem, was die Amerikaner eine «lame duck» nennen: eine lahme Ente. Ein Präsident, der eigentlich nur noch seine Zeit absitzt.

Doch wie stehen die Chancen, dass den Republikanern der Coup gelingt? Die New York Times sieht derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent (Stand: 27.10.2014).

Doch auch der Blick auf vergangene Midterm Elections kann erhellend sein. Es zeigt sich: Die Partei des Präsidenten hat meist Sitze einbüssen müssen.

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges hat die Partei des Präsidenten nur gerade zwei Mal Sitze im Kongress gewinnen können: 1998 unter Bill Clinton und 2002 unter George W. Bush.

Verluste der Präsidentenpartei bei Midterm Elections (1934-2010)

JahrPräsidentZustimmung (*)RepräsentantenhausSenat
2010Obama (D)45-63-6
2006Bush (R)37-30-6
2002Bush (R)67+8+2
1998Clinton (D)65+50
1994Clinton (D)48-52-8
1990Bush (R)57-8-1
1986Reagan (R)---5-8
1982Reagan (R)42-26+1
1978Carter (D)49-15-3
1974Ford (R)---48-5
1970Nixon (R)---12+2
1966Johnson (D)44-47-4
1962Kennedy (D)61-4+3
1958Eisenhower (R)---48-13
1954Eisenhower (R)---18-1
1950Truman (D)41-29-6
1946Truman (D)27-45-12
1942Roosevelt (D)---55-9
1938Roosevelt (D)60-71-6
1934Roosevelt (D)--+9+9
(*) Politik des Präsidenten