Migranten stürmen «unüberwindbare» Zäune in Melilla

Rund 100 Menschen sind über die Grenzzäune der spanischen Enklave Melilla geklettert. Vor einem halben Jahr waren an der Grenze neue, als «unüberwindbar» geltende Zäune errichtet worden.

Migranten sitzen auf einem Grenzzaun

Bildlegende: Zwischen 150 und 200 Migranten haben versucht, über den Grenzzaun zu kommen. Rund 100 von ihnen ist es gelungen. Keystone

Bei einem neuen Massenansturm von Flüchtlingen auf Melilla sind Dutzende Afrikaner in die spanische Nordafrika-Exklave gelangt. Mindestens 102 Menschen überkletterten am Dienstag vom Gebiet Marokkos aus die sechs Meter hohen Grenzzäune.

Die Zahl der Migranten, die illegal nach Melilla gelangten, sei damit 2014 auf 2200 gestiegen, teilte die Vertretung der spanischen Regierung mit. Im Juni waren an der Grenze engmaschige, als «unüberwindbar» geltende Zäune errichtet worden. Die Flüchtlinge hätten Kletterhaken und Schuhe mit Nägeln an den Sohlen benutzt, schrieb die Nachrichtenagentur efe.

Mehr Versuche

Der Ansturm auf die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla hatte in der ersten Jahreshälfte deutlich zugenommen. Am 18. März wurde der bisher grösste Zustrom registriert: Damals überwanden rund 500 Migranten die Grenzbefestigungen in Melilla.

In der Nähe der beiden Exklaven leben Tausende notleidende Afrikaner und warten auf eine Gelegenheit, nach Europa zu gelangen. Schätzungen gehen von 30'000 bis 80'000 Menschen aus. Wegen des Bürgerkriegs in Syrien kommen seit Monaten auch immer mehr Menschen aus dem arabischen Land dorthin.