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Bei Sotschi ins Meer gestürzt Militärflugzeug abgestürzt – «keine Überlebenden»

Legende: Video Flugzeugabsturz bei Sotschi abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.12.2016.
  • Ein russischer Militärjet ist am Sonntagmorgen ins Schwarze Meer gestürzt.
  • Rettungsmannschaften fanden erste Wrackteile nahe der Küste Sotschis. Laut dem russischen Verteidigungsministerum gab es keine Überlebenden.
  • 92 Menschen waren an Bord: 8 Besatzungsmitglieder, 9 Journalisten sowie Tänzer und Sänger des Alexandrow-Chors.
  • Der Chor hätte an einem Neujahrskonzert auf einer russischen Luftwaffenbasis in Syrien auftreten sollen.
  • Der russische Präsident Wladimir Putin hat für Montag Staatstrauer angeordnet.
Die Rettungskräfte bergen Trümmerteile und menschliche Überreste aus dem Meer.
Legende: Die Rettungskräfte bergen Trümmerteile und menschliche Überreste aus dem Meer. Keystone

Ein russisches Flugzeug mit einem Armeechor auf dem Weg nach Syrien ist über dem Schwarzen Meer abgestürzt. Trümmerteile wurden am Sonntagmorgen im Meer vor Sotschi in Südrussland gefunden.

Von den 92 Menschen an Bord hat niemand überlebt, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte.

«Kritisches technisches Problem»

Die Maschine war um 5.40 Uhr Ortszeit (3.40 Uhr MEZ) in Adler, dem Flughafen von Sotschi, gestartet, wie Sprecher des Verteidigungsministeriums mitteilten.

An Bord des Flugzeugs Tupolew Tu-154 seien acht Mitglieder der Besatzung, neun Journalisten und die Sänger und Tänzer des Alexandrow-Ensembles gewesen. Der Chor habe nach Syrien fliegen sollen, um auf der russischen Luftwaffenbasis bei Latakia ein Neujahrskonzert zu geben.

Sänger in Militäruniform singen
Legende: Der Alexandrow-Chor 2013 bei einem Auftritt in Tunesien. Keystone/Archiv

Der Kontakt zu dem Flugzeug sei etwa zehn Kilometer nach dem Start über dem Meer abgerissen. Bei einem Flugmanöver im Steigflug könnte es ein «kritisches technisches Problem» gegeben haben, sagte ein nicht genannter Behördenvertreter der Agentur Interfax. Auch ein Fehler der Militärpiloten werde nicht ausgeschlossen, obwohl sie erfahren waren.

Russland kämpft seit Herbst 2015 im Syrien-Krieg aufseiten des Präsidenten Baschar al-Assad. Zur Versorgung der Basis Hamaimim betreibt das Verteidigungsministerium einen regen Luftverkehr. Dabei werden auch alternde Zivilflugzeuge wie die Tupolew eingesetzt. Anfang Mai hatte das russische Militär den Stardirigenten Waleri Gergijew und sein Orchester zu einem Konzert in die syrische Wüstenstadt Palmyra geflogen.

Der Alexandrow-Chor

Das Alexandrow-Ensemble ist ein mehrfach ausgezeichneter Soldatenchor, der bereits 1928 gegründet wurde. Gründer war Alexander Alexandrow, der 1943 die Nationalhymne der Sowjetunion komponierte. Alexandrow starb 1946 in Berlin bei einer Auslandstournee mit seinem Chor.Das ursprünglich aus einem Dutzend Soldaten bestehende Ensemble ist mit den Jahren grösser geworden. Zu dem Chor haben sich ein Orchester und und eine Tanzgruppe hinzugesellt. Es ist inzwischen das grösste Militär-Künstlerensemble Russlands. Zum Repertoire gehören überwiegend Kirchenlieder sowie traditionelle russische Volkslieder und -Tänze. Es handelt sich um Lieder russischer Komponisten, klassische Werke russischer und ausländischer Komponisten, aber auch um weltbekannte Meisterwerke der Popmusik.

Nationaler Trauertag am Montag

Der russische Präsident Wladimir Putin hat für Montag einen landesweiten Tag der Trauer um die 92 Opfer des Flugzeugabsturzes über dem Schwarzen Meer angeordnet. Er sprach am Sonntag den Familien und Freunden der Toten sein Beileid aus, wie der Kreml mitteilte.

«Es wird eine genaue Untersuchung der Ursachen der Katastrophe geben, und es wird alles getan, um den Familien der Toten Unterstützung zu gewähren», sagte der Präsident.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Heinrich Abendland (Demokrat)
    Die TU 154 ist eine Zivilmaschine in Militärischen Diensten. Mann bezeichnet sie auch als fliegenden Sarg. Das sind vermutlich schon folgen des Schrotts das im Russischen Militär am Himmel fliegt. Da kann der Llügen haben kurze Beine noch lange erzählen Russland ist jedem Angreifer überlegen. Lustig ist dass ja eigentlich nur Russland angreift!
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Eines ist sicher, die Russen werden reagieren ohne die Welt zu fragen. Die sind ja nicht blöd und wissen auch genau wer den Diplomaten getötet hat und wer nun das Flugzeug zum Absturz brachte. Ich würde es auf jeden Fall verstehen, wenn da etwas ganz durchgreifendes kommt. Hetze und Beschuldigungen kann man nur bis zu einem gewissen Grad ertragen wenn man noch einen Funken gesunden Menschenverstand hat. Es wird wohl nicht so friedlich bleiben wie jetzt.
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    1. Antwort von Thomas Mann (Freidenkerin)
      Ja natürlich, die Russen werden bald den technischen Defekt ermorden lassen.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Was ich aber an den Russen besonders schätze, dass sie als wahrscheinliche Ursache des tragischen Unglück eine technische Störung oder Pilotenversagen kommunizieren & es nicht sofort als wahrscheindliches Attentat anklagen. Es langt ja, wenn das andere jeweils tun. Als Linienflugzeug war dieser Flugzeugtyp schon ausgemustert, weil total veraltet. Es wurde nur noch fürs Militär eingesetzt.
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  • Kommentar von W Streuli (Wernu)
    Auch von meiner Seite mein Beileid an die Angehörigen des russ.Alexandrow Choir. Der Verständigung an die SRF Leserschaft wegen habe ich es nicht in der kyrillischen Sprache verfasst.
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