Milizen ziehen sich zurück

In der libyschen Hauptstadt Tripolis haben Revolutionäre die Belagerung des Aussen- und des Justizministeriums beendet. Sie drangen mit ihrer Forderung durch, ehemalige Gaddafi-Leute vom Staatsdienst auszuschliessen.

Nach fast zwei Wochen haben Milizionäre in Libyen die Belagerung von zwei Ministerien beendet. Dies teilte Justizminister Salah al-Marghani in der Hauptstadt Tripolis mit.

Bewaffnete Kämpfer vor den Ministerien in Tripolis.

Bildlegende: Bewaffnete Revolutionäre belagerten die Ministerien während fast zwei Wochen. Keystone

Bereits am Mittwoch hatten die Milizionäre die Belagerung des Aussen- und des Justizministeriums gelockert, nachdem Ministerpräsident Ali Seidan eine Kabinettsumbildung für die «kommenden Tage» angekündigt hatte.

Die Milizen hatten den Ausschluss von Unterstützern des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi aus dem Staatsdienst gefordert. Das libysche Parlament verabschiedete auf ihren Druck hin ein entsprechendes Gesetz.

Zu den Ex-Funktionären, die von dem Gesetz betroffen sind, gehört auch der frühere Justizminister Mustafa Abdul Dschalil. Er hatte sich im Februar 2011 gegen Gaddafi gestellt und während des Krieges den Nationalen Übergangsrat geleitet.

In einem Anruf während einer Sendung des libyschen Fernsehens warf Abdul Dschalil den Muslimbrüdern vor, diese hätten die Revolutionsbrigaden aufgestachelt. Ihr Ziel sei, erst Chaos zu stiften und anschliessend den Mitgliedern ihrer Bewegung möglichst viele Posten in Regierung und Verwaltung zu sichern.