Milizionäre blockieren Regierungsgebäude in Tripolis

Weitere Unruhen in Libyen: Am Sonntag umstellten Bewaffnete das Aussenministerium in Tripolis. Sie fordern, dass die Unterstützer des früheren Regimes abdanken müssen. Doch die Bewaffneten sind selber ein Teil der Probleme im Land.

Milizen blockieren das Regierungsgebäude

Bildlegende: Werden die Forderungen umgesetzt, dürften mehrere amtierende Minister den Job verlieren. Keystone

Die Aufständischen blockierten das Gebäude mit rund 20 Transportern. Die Fahrzeuge waren mit Flugabwehrgeschützen und Sturmgewehren beladen. Dies sagte ein Angestellter des Ministeriums.

Die Aufständischen kritisieren, dass Unterstützer des früheren Regimes im Ministerium beschäftigt seien. Sie forderten die Entlassung von hochrangigen Beamten, die schon unter Machthaber Muammar Gaddafi im Amt waren. Ein Gesetz soll dies regeln. Es wird bereits im Parlament diskutiert.

Anschlagsserie in Libyen

Am Samstag hatten Milizionäre in der Nähe der Hauptstadt einen Armeeposten attackiert und einen Soldaten getötet. Die Sicherheitskräfte entdeckten später ein Fahrzeug mit mehr als 50 Kilogramm Sprengstoff in der Nähe des Tatorts.

Wenige Tage zuvor hatten Extremisten vor der französischen Botschaft in Tripolis eine Autobombe gezündet. Zwei Wachleute und eine 18 Jahre alte Libyerin wurden verletzt.

Zu viele Waffen im Land

Die Milizen haben nach dem Sturz und Tod Gaddafis im Jahr 2011 in Libyen an Macht gewonnen. Ihre Entwaffnung ist eine der grössten Herausforderungen der Regierung. Immer wieder gibt es Angriffe auf die neue Führung.