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Millionenbetrug in Katalonien Grösste Unabhängigkeitspartei in Korruptionsskandal verwickelt

Der Skandal um den «Palau de la Música» betrifft auch die grösste Partei der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung.

Legende: Audio Kein Musikgehör für Korruption abspielen. Laufzeit 02:42 Minuten.
02:42 min, aus Echo der Zeit vom 15.01.2018.

Der Hintergrund:

Mit Musik hat der Fall nichts zu tun. Der renommierte Konzertsaal «Palau de la Música» in Barcelona war nur eine Tarnung für schmutzige Geschäfte. Nun sind die Urteile in dem Skandal verkündet worden.

  • Ein Direktor des Palau und dessen rechte Hand nutzten eine gemeinnützige Stiftung des «Palau de la Música», um Schmiergelder einer Baufirma unerkannt an die Adressaten weiterzuschleusen.
  • Es handelte sich dabei um Millionenbeträge. Und sie sorgten dabei auch dafür, dass sie selbst nicht zu kurz kamen.
  • Die beiden Männer waren geständig und wurden nun zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.
  • Verurteilt wurden auch der frühere Finanzchef der langjährigen Regierungspartei Convergència und – erstmals in einem Korruptionsfall – die Partei selbst.
  • Zu den Anklagepunkten gehörten illegale Parteifinanzierung, Geldwäsche, Dokumentenfälschung.

Was wusste der Ex-Präsident?

Während der Zeit der illegalen Geschäfte, war Artur Mas an den Schalthebeln der Partei und zeitweise Regionalpräsident Kataloniens. Angeklagt war er nicht, aber dass er von allem nichts gewusst haben soll, halten viele in Barcelona für zweifelhaft.

Die Partei von damals gibt es nicht mehr, sie wurde vor zwei Jahren wegen der Korruptionsskandale aufgelöst. Aber Artur Mas blieb der Nachfolgepartei erhalten und setzte mit ihr auch den Kampf für die katalanische Unabhängigkeit fort.

Neue Prozesse möglich

Unter Separatisten hält man Korruption gern für eine spanische Spezialität, die mit Katalonien nichts zu tun hat. Das Argument hat mit den heutigen Urteilen nicht an Kraft gewonnen. Die linken Republikaner, auch sie Separatisten, vermieden es, die Urteile zu kommentieren. Die wacklige Unabhängigkeits-Koalition hat schon genug Zwist auszustehen. Es braucht keinen zusätzlichen Zunder.

Und alle wissen, dass weitere Ermittlungen im Gang sind und neue Prozesse folgen könnten. Das Stück ist mit dem ersten Akt noch nicht zu Ende.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Jetzt haben die EU-Fanatiker wieder einen "Fall" ausgegraben. Es ist einfach nicht mehr zu ertragen, wie sich überall in der EU "alle" gegen offene und neue Parteien wenden. Es kommt noch so weit, dass man mit "Gewalt und Krieg" gegen die EU kritischen Menschen vorgehen wird. Der grösste Teil der Bevölkerung in Europa will aber, dass sich die "Eliten" und die PoliticalCorrectnes zurückziehen. Man will wieder sagen und tun können, was sich gehört, ohne "Täter und Betrüger" zu schützen.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Das ist doch Korruption in der reinsten Form, die verfolgt werden muss und entsprechende Ermittlungen der spanischen Justiz laufen nicht erst jetzt, sondern schon seit längerer Zeit und hat mit der EU überhaupt nichts zu tun. Wenn man korrupte Kriminelle, die sozusagen die Flucht vor einer gerechten Strafe nach vorne in staatliche Unabhängigkeit antreten wollten, als Märtyrer glorifiziert, dann ist der Hass auf die EU wirklich grenzenlos.
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  • Kommentar von M. Berger (Mila)
    Endlich werden die Beweise der Straftaten zur Finanzierung der Hass verbreitenden Unabhängigkeitsbewegung aufgedeckt; damit kommen dann hoffentlich auch die dreisten Lügen der Aufwiegler ans Tageslicht. Es wird Zeit, dass Katalonien und der Rest Spaniens ihre Kräfte wieder gemeinsam und konstruktiv für das Wohlergehen des ganzen Landes einsetzen können.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Welche Überraschung, die wahren Hintergründe kommen zum Vorschein. man wahr nicht schlecht Vorbereitet für eine Unabhängigkeit weil man Dilettantisch wahr, sondern weil es schnell gehen musste. Natürlich werden viele hier mit einer Verschwörungstaktik aufwarten. Tatsache ist das Spanien gerade Beweist das sie eine gefestigte Demokratie ist. Die Justiz in räumt seit Jahren, Unabhängig des Namens und Standes, mit der Korruption auf. Da wollten einige sich also in eine Unabhängigkeit flüchten!
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