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International Mindestens 17 Tote bei Flüchtlingsunglück vor Lampedusa

Die Katastrophe von Lampedusa mit über 300 Toten ist erst einige Monate her. Nun ist vor der Küste erneut ein Boot gekentert: 206 Flüchtlinge konnten gerettet werden, für 17 Migranten kam aber jede Rettung zu spät.

Legende: Video Weitere Tragödie vor Lampedusa abspielen. Laufzeit 00:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.05.2014.

Ein Flüchtlingsboot ist 180 Kilometer südlich vor Lampedusa gekentert. Mindestens 17 Migranten kamen dabei ums Leben. Die Opferzahl werde sich möglicherweise noch weiter erhöhen, teilte Italiens Marine mit. 206 Flüchtlinge konnten demnach gerettet werden.

Ein Sprecher der Küstenwache wollte Medienberichte weder bestätigen noch dementieren, wonach sich rund 400 Menschen an Bord befunden hatten. Nach Angaben der Überlebenden sollen Hunderte Menschen an Bord gewesen sein. Wie viele Menschen noch vermisst werden, blieb zunächst unklar.

Über die Herkunft der Migranten wurde zunächst nichts bekannt. Zahlreiche Boote und Hubschrauber waren am Unglücksort im Einsatz. Das völlig überfüllte Boot war auf dem Weg von Nordafrika in Richtung Europa, als sich das Unglück ereignete.

Italien bittet um Hilfe

In den vergangenen Tagen waren Hunderte Migranten aus Nordafrika in Italien angekommen, die das gute Wetter für die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer genutzt hatten.

Jeden Monat versuchen tausende Menschen, von der nordafrikanischen Küste aus in überladenen und wenig seetüchtigen Booten über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Immer wieder kommt es dabei zu Tragödien.

Eines der schlimmsten Unglücke ereignete sich am 3. Oktober 2013, als vor Lampedusa 366 Flüchtlinge ums Leben kamen. Das überfüllte Boot war in der Nähe der Insel gekentert, 155 Menschen überlebten das Unglück.

Rom startete danach die Mission «Mare Nostrum», bei dem Kriegsschiffe, Drohnen und Hubschrauber eingesetzt werden, um Flüchtlingsboote ausfindig zu machen. Die Regierung in Rom bat die EU zuletzt wiederholt um mehr Hilfe im Umgang mit dem Flüchtlingsproblem. Laut dem italienischen Innenministerium warten 800'000 Menschen in Libyen auf die Abfahrt nach Europa.

Flüchtlinge gerettet

In der Ägäis ist eine Flüchtlingstragödie abgewendet worden. Ein Patrouillenboot der griechischen Küstenwache erreichte rechtzeitig ein sinkendes Boot vor der Insel Lesbos und nahm 40 Migranten auf. Einige Flüchtlinge seien aus den Fluten gerettet worden, teilte die Küstenwache mit.

Malmström fordert Taten

EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström bedauert die Tragödie und forderte die Umsetzung eines Aktionsplans, den die Europäische Union nach der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa Anfang Oktober aufgestellt hatte. Malmström kündigte zudem an, das Thema auf die Tagesordnung des nächsten EU-Innenministertreffens im Juni zu setzen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Jeder Flüchtling der diese Gefährliche Reise wagt, weiss was passieren kann. Und dennoch wagen es sie, doch wie in diesem Bericht, kommen nicht alle Lebend an. Schlussendlich ist jeder für sein Eigenes Leben verantwortlich. Es stört mich besonders, dass die EU, resp. die Italiener nicht gegen dieses Problem vorgehen und immer warten bis es ein Unglück gibt.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Diese Vorfälle werden solange weitergehen bis die EU endlich vernünftig wird und 1) bereits vor Afrika ein enges Patrouillen-Netz aufspannt und diese Boote abfängt und zurückschleppt, und 2) jeden aufgefischten Afrikaner vor den Küsten Europas ohne Umschweife nach Afrika zurückbringt. Nur wenn es sich auf diesem Kontinent herumspricht, dass man Null Chancen hat nach Europa zu kommen bzw. dort zu bleiben, hört dieser Wahnsinn einigermassen auf.
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    1. Antwort von D. Daniele, Obergösgen
      Träumen Sie weiter. Wenn die Menschen sogar den Tod in Kauf nehmen denken Sie wirklich da könnten Sie das abhalten? Es ist einfach unrealistisch, den soviel Kriegsschiffe wie man dafür bräuchte gibt es gar nicht.. Es gibt nur eines den Afrikanern wirklich eine Faire Perspektive auf Ihrem Kontinent zu geben ( Faires Freihandel abkommen). Doch das will Europa nicht. na gut solange werden wir auch diese unerträgliche Leid verantworten müssen. Denn für die Toden tragen wir eine Moralische Mitschuld.
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    2. Antwort von Martina Bluemer, Aarau
      D. Daniele, denken Sie ernsthaft, man könne mit den korrupten Regierungen in Afrika verhandeln? Träumen Sie weiter. Übrigens: Zurzeit sind die Chinesen da am Einkaufen
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