Mindestens 20 Tote nach Luftangriff in Syrien

Der Kampf um Aleppo wird immer brutaler: Zahlreiche Zivilisten sind bei einem Angriff aus der Luft getötet worden. Rebellen machen die syrische Armee dafür verantwortlich.

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Fassbomben kosten 20 Menschen das Leben (Tagesschau)

0:20 min, vom 28.12.2013

Die syrische Luftwaffe hat nach Angaben von
Aktivisten in der nördlichen Grossstadt Aleppo bei einem Angriff aus der Luft mindestens 20 – inoffizielle Quellen sprechen von 25 – Menschen getötet. Helikopter warfen demnach sogenannte Fassbomben, mit TNT gefüllte Fässer, auf einen belebten Markt und neben einem Spital ab.

Die Ziele hätten im Rebellenviertel Tark al-Bab gelegen, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die über ein dichtes Netz an Informanten verfügt. Unter den Todesopfern seien auch Frauen und Kinder. «Die Zahl wird vermutlich weiter steigen, weil viele Menschen lebensgefährlich verletzt wurden», so die Medienstelle.

Das Netzwerk Generalkommission der Syrischen Revolution warf den Streitkräften von Machthaber Baschar al-Assad ein «Massaker» vor. «Die Luftangriffe zielten auf einen belebten Markt, wo die Menschen Gemüse und Haushaltswaren kauften.» Zahlreiche Gebäude seien beschädigt worden, eines sei eingestürzt.

Armee will Aleppo zurückerobern

Aleppo befindet sich seit zwei Wochen unter verstärktem Beschuss der Regierungstruppen. Laut der Beobachtungsstelle wurden dabei bereits mehr als 400 Menschen getötet.

Die Armee versucht offenbar vor der geplanten Friedenskonferenz in der Schweiz Boden zu gewinnen, um ihre Verhandlungsposition zu stärken. Die Viertel des einstigen Wirtschaftszentrums Aleppo sind seit Monaten aufgeteilt zwischen Regierung und Rebellen.