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International Mindestens 28 Tote vor griechischer Ägäis-Insel

In der Ägäis hat sich eine neue Flüchtlingstragödie abgespielt. Vor der griechischen Insel Farmakonisi finden die Rettungsmannschaften immer mehr Leichen. Unter den Toten sind auch viele Kinder.

Ein Flüchtlingsjunge, der in eine Wärmefolie gewickelt ist
Legende: Er hat es geschafft: Ein syrischer Flüchtlingsbub deckt sich mit einer Wärmefolie zu. Reuters

Vor der griechischen Insel Farmakonisi hat sich eine weitere Flüchtlingstragödie ereignet. Nach dem Kentern eines Flüchtlingsboots hat die Küstenwache mindestens 28 Leichen entdeckt. Zunächst hatten die Behörden drei und später dann zehn Tote gemeldet. «Meine Kollegen finden immer mehr Menschen, die ertrunken sind», sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur.

Unter den Opfern sollen zahlreiche Kinder sein. Sieben der toten Flüchtlinge seien im Inneren des gekenterten Fischkutters entdeckt worden, berichtete das griechische Staatsradio.

Fast 70 Menschen gerettet

Die Rettungsmannschaften konnten 68 Menschen aus den Fluten retten. 29 Flüchtlinge konnten die Insel Farmakonisi schwimmend erreichen. Die Such- und Rettungsaktion dauerte am Sonntagnachmittag an, wie die Küstenwache mitteilte.

Meine Kollegen finden immer mehr Menschen, die ertrunken sind
Autor: Offizier der Küstenwache

Bereits am Vortag waren zwei Schlauchboote vor den Inseln Samos und Lesbos gekentert. Seitdem werden fünf Migranten vermisst und die Rettungskräfte haben nach Berichten örtlicher Medien die Hoffnung aufgegeben, sie am Leben zu finden.

Das eine Boot sei nördlich der Insel Samos gekentert. Die Küstenwache habe 24 Flüchtlinge retten können. Diese berichteten von vier vermissten Minderjährigen. Das zweite Boot kenterte vor Lesbos. Dort konnte die Küstenwache 32 Menschen aus den Fluten retten. Ein 20 Jahre alter Flüchtling werde seitdem vermisst, berichtete das Staatsradio.

Fähren für die Flüchtlinge

Tausende Flüchtlinge versuchen täglich, von der türkischen Ägäisküste auf eine der griechischen Inseln zu gelangen. Fast alle wollen weiter nach Westeuropa. Am Samstag brachten zwei Fähren mehr als 4000 Migranten von den Inseln nach Piräus, berichtete das Staatsradio.

Am frühen Sonntagmorgen kamen weitere 1700 Migranten in Piräus an. Insgesamt pendeln drei Fähren zwischen den Inseln Lesbos, Kos, Kalymnos und Leros und bringen täglich Tausende Menschen zum Festland.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Ein rührendes Bild eines kleinen Buben mit grossen Augen, der in eine Rettungsdecke eingehüllt ist zeigt, dass Bilder heute ein probatess Mittel der Kriegsführung, Propaganda und Politik sind sind, um seine Ziele durchzusetzen.
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    1. Antwort von roland goetschi (pandabiss)
      Mitgefühl gleich null. Solche Fotomotive sind nicht selten und gesucht. Sie kommen tagtäglich vor die Kammera.
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Die Flüchtlinge lösen selbstverständlich Mitgefühl aus. Die Flucht vor Krieg und Hunger ist eine Tragödie. Noch nie in den vergangenen 50 Jahren gab es eine solche Bewegung. Ich stelle die Hilfe für die Flüchtlinge nicht in Frage, sondern ich möchte die Zusammenhänge zwischen Flucht, Fluchtursachen wie Krieg und Sanktionen, sowie der Politik, aufmerksam machen.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Was lernen wir wieder aus dieser Meldung?Es sind eben NICHT alles die «verhassten» Wirtschaftsflüchtlinge!!! Es sind MENSCHEN, es sind eben auch KINDER!!! Es wird nun wichtig, all den Flüchtlingshilfsverweigerern klar zu machen, dass sie ihre polemische Schiene verlassen müssen und endlich begreifen mögen, dass es sich hier nicht um eine Kategorisierung handelt, sondern um MENSCHEN in Not! Übrigens, auch wirtschaftliche Not kann ein Grund sein zu flüchten! Viele CH PENDLER tun dies täglich!!!!!
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    1. Antwort von u. Felber (Keule)
      Ich will aber nicht bezahlen!
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    2. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      "Übrigens, auch wirtschaftliche Not kann ein Grund sein zu flüchten! Viele CH PENDLER tun dies täglich!!!!!" Das stimmt. Viele Schweizer Städte könnten ein "Liedchen" davon singen. Man kann sich ja kaum vorstellen, was das alle für Infrastrukturen benötigt, um diese Pendlerströme in vielerlei Hinsicht überhaupt regelmässig bewältigen zu können. Beispiel: Biel-Bözingenfeld. Eine sehr dynamische Industriezone im Kanton Bern. Aber die meisten zahlen nicht in der Stadt Steuern.
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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Das Problem liegt eindeutig auf der andern Seite des Mittelmeers, wo sich islamistische Staaten bekriegen und nicht friedenswillig sein. Also los auf die andere Seite des Meers!
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    1. Antwort von roland goetschi (pandabiss)
      "Also los auf die andere Seite des Meers" Könnten Sie das noch ein bischen genauer erläutern? Bin mir nicht sicher was Sie damit sagen möchten.
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