Mindestens 90 Menschen sterben bei Anschlag in Afghanistan

Ein Selbstmordattentäter hat sich auf einem belebten Markt in Südost-Afghanistan in die Luft gesprengt. Die Folgen sind verheerend: 90 Menschen wurden getötet, die Opferzahl könnte weiter ansteigen.

Ärzte und Pfleger in einem Spital

Bildlegende: Das örtliche Spital ist nach dem Attentat angesichts der vielen Verletzten überfüllt. Keystone

Ein Selbstmordattentäter hat sich auf einem belebten Markt im Südosten des Landes in die Luft gesprengt. Mindestens 90 Menschen wurden getötet. Bei den meisten Opfern habe es sich um Zivilisten gehandelt, sagte der Gouverneur des Distrikts Orgun, Mohammad Resa Kharoti. Andere Quellen sprachen derweil von rund 40 Toten.

Niemand übernimmt Verantwortung

Dutzende Menschen wurden verletzt. Der Attentäter habe in der Distrikthauptstadt Orgun den in seinem Wagen versteckten Sprengstoff gezündet, als Polizisten ihn an einem Checkpoint am Basar stoppten.

Der bislang schwerste Anschlag in Afghanistan seit Jahresbeginn fand mitten in dem für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan statt. Zu der Tat bekannte sich niemand. Die Taliban dementierten jede Beteiligung. «Wir verurteilen die Tat», hiess es in einer Mitteilung der militanten Islamisten.

Kharoti sagte, die Verletzten seien ins staatliche Spital gebracht worden, das überfüllt sei. Unter den Toten seien auch zwei Polizisten. Die Explosion habe die ganze Umgebung erschüttert. «Die Gegend ist voller Blut.» Teile des Basars seien zerstört worden.

Ein beschädigter Mini-Van

Bildlegende: Zwei Regierungsbeamte wurden in Kabul getötet, als eine Bombe neben ihrem Bus detonierte. Keystone

Anschlag auch in Kabul

Bei einem Bombenanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul wurden zwei Mitarbeiter der Pressestelle des Präsidentenpalastes getötet. Fünf weitere Regierungsmitarbeiter seien verletzt worden, als ihr Fahrzeug in eine Sprengfalle geriet, teilte die Polizei mit.

Aus dem Palast hiess es, bei den Toten habe es sich um einen Techniker und einen Kameramann gehandelt. Die Taliban bekannten sich zu der Tat und teilten mit, Ziel seien Mitarbeiter der Pressestelle gewesen.