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International Mindestens elf Tote nach TGV-Unglück

Bei einer Testfahrt auf einer neuen Zugstrecke nördlich von Strassburg ist ein TGV entgleist. Mindestens elf Menschen kommen dabei ums Leben. Weitere Menschen gelten als vermisst. Die Ursachen der Entgleisung sind nach wie vor unklar, auch warum Kinder mit an Bord waren.

Beim bisher schwersten Unglück eines französischen Hochgeschwindigkeitszugs TGV sind am Samstag nahe Strassburg mindestens elf Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Entgegen den Bestimmungen waren bei der Testfahrt möglicherweise mehrere Kinder von Bahnmitarbeitern an Bord.

Unter einem der umgestürzten Wagen habe sich eine Kinderleiche befunden, sagten Rettungskräfte. Mit dem Unglückszug waren nach offiziellen Angaben rund 50 Techniker und Bahnmitarbeiter auf einer Testfahrt unterwegs.

Zu schnell gefahren

Der Zug war am Samstag gegen 15 Uhr im Elsass auf einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke unweit der Gemeinde Eckwersheim entgleist. Zwei Triebwagen und sechs Waggons stürzten von einer Brücke in den Rhein-Marne-Kanal.

Karte: Eingezeichnet sind Paris, Strasbourg und Eckwersheim
Legende: Der Zug befand sich auf Testfahrt auf der neuen Hochgeschwindigkeits-Strecke zwischen Paris und Strassburg. SRF

Die Lokomotive lag auf der Böschung. An den Rettungsarbeiten, die am Sonntag fortgesetzt wurden, beteiligten sich rund hundert Einsatzkräfte der Gendarmerie, des Zivilschutzes und Taucher.

Die genaue Ursache des Unglücks blieb zunächst unklar. Die Behörden gingen aber von überhöhter Geschwindigkeit aus. Aus Ermittlerkreisen hiess es, das Tempo habe zum Unglückszeitpunkt bei 350 Kilometern pro Stunde gelegen. Die Gewerkschaft Sud Rail sagte, der TGV sei für «Tests bei zu hohem Tempo» eingesetzt worden.

Die SNCF leitete eine Untersuchung und betonte gleichzeitig, es gebe keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris vom Freitagabend.

Schneller von Paris nach Strassburg

Der Unfall ereignete sich auf dem letzten Abschnitt einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke, die Paris mit Strassburg verbindet. Auf der Strecke werden derzeit Testfahrten abgehalten.

Ein grosser Teil der Strecke wird schon von Passagierzügen befahren, in Teilen Lothringens und im Elsass müssen die TGVs aber noch auf älteren Gleisen fahren und das Tempo drosseln. Das betrifft auch die TGV-Schnellzüge, die von Paris über Strassburg im internationalen Zugverkehr nach Deutschland fahren.

Das letzte, rund 100 Kilometer lange Teilstück soll im April 2016 für den Personenverkehr freigegeben werden. Die Fahrzeit zwischen Paris und Strassburg verringert sich dann um eine halbe Stunde auf rund eine Stunde und 50 Minuten.

Das TGV-Unglück erinnert an den schweren Unfall eines Transrapid am 22. September 2006. Auf der Teststrecke für die Magnetschwebebahn im deutschen Lathen war der Zug mit Tempo 170 auf einen Werkstattwagen geprallt. 23 Menschen starben, 11 wurden zum Teil schwer verletzt.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von K Käser (Vedic.Hindu)
    RIP
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  • Kommentar von heni seemann (heni)
    das begriff ehrlichkeit und manche politiker sind nicht gerade synonym
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Warum schliesst man immer zuerst einen Terroranschlag aus. Wenn möglich, würden alle Behörden einen Terrroranschlag verleugnen, wenn sie es denn könnten. Gerade das, ist Oel in das Hass-Feuer der Terroristen gegossen. Die Politik will es leugnen, (schon oft gelungen) da solche Meldungen den Einbruch in den entsprechenden Wirtschaftszweigen bedeuten würde. Dis mit Unehrlichkeit verhindern zu wollen, bringt nichts. Wir können nur mit ehrlichen Erklärungen +Reden in allen Belangen etwas erreichen.
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    1. Antwort von James Klausner (Harder11)
      @m.roe: Sie müssen nur präzise lesen. "Der Zeitung zufolge" bedeutet nach dem Erkenntnisstand der Zeitung. "Derzeit ausgeschlossen" bedeutet so wie es auf den Ersten Blick, im Moment aussieht. Warten Sie ab, urteilen Sie, wenn neue Inforationen vorliegen. In Panik und Aktionismus zu verfallen ist das letzte was wir alle tun sollten.
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    2. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Klausner: Es ist offensichtlich, dass man versucht schon jetzt den Menschen zu versichern, dass es kein Terroranschlag war. Z.Z. sagt man schon, dass ein Terroranschlag ausgeschlossen werden kann, da der Zug zu schnell gefahren sei, und deshalb entgleist sei. Das ist doch ein Witz. Jeder weiss, dass man von aussen auf die Bahn-IT-Systeme greifen kann oder Technik manipulieren. Die Terroristen gehören nicht zu den Dümmsten. Es geht nicht um Panikmache, aber um ehrliche Aufklärung.
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    3. Antwort von Sascha Freitag (SF)
      Es gäbe so viele Ursachen für den Unfall. Da bei der Gendarmerie aber nur Leute arbeiten, die jahrelang Bahntechnik und Physik studiert haben, ist es logischerweise erhöhte Geschwindigkeit.
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    4. Antwort von M. Keller (MK)
      @m.roe; dann lassen Sie die Ermittler Ihre Arbeit machen und Kommentieren besser nach Bekanntgabe des Unfallberichts. Aber Hauptsache, man hat sich rasch möglichst wieder einmal mitgeteilt.....
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    5. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Keller: Bei Germanwings sind heute noch nicht alle Wahrheiten veröffentlicht!
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    6. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Klausner: Sie sind ein Linker, wie alle andern Linken auch. Die wollen lieber nicht, dass etwas das nicht sein sollte, dann doch so ist. Sie träumen lieber, als dass sie sich die Realität ansehen. Und da gibt es oft noch einen Plus-Faktor für die Linken Schelme: Mit der Zeit gibt es andere Probleme und die Leute kümmern sich nicht mehr um die Aufklärung. So kann man alles immer schön ausgeglichen unter einem grossen Teppich halten. Ein Leben in Einbilung ist aber nichts für mich.
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    7. Antwort von M. Keller (MK)
      @m.roe – Nach Ihrer Meinung steht also hinter jeden Unglück eine Terrororganisation? Das Zauberwort heisst einfach Psychologie. Was denke Sie, was passiert, wenn Medien immer schon im Voraus auf Terrorverdacht schliessen und später dann schreiben müssen, dass es sich um menschliches Versagen oder um einen technischen Defekt handelt?
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    8. Antwort von James Klausner (Harder11)
      @m.roe: Sie dürfen mich gerne als Linken oder Rechten etikettieren, wenn es Ihnen hilft und gefällt. Sie sollten aber vielleicht davon absehen, Eingebungen, Assoziationen, Schlussfolgerungen als objektiv und abschliessend wahr anzunehmen, um dann beleidigt zu sein wenn jemand Ihre Meinung nicht teilt. Europa geht nicht so bald unter, nicht jedes Unglück ist gleich Verschwörung und Terror.
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