Missbrauch ruiniert US-Kirchen

Die zahlreichen Fälle von sexuellem Missbrauch haben für die katholische Kirche in den USA massive finanzielle Folgen. Hunderte Kinder wurden Opfer der Übergriffe, für die umfangreiche Entschädigungsleistungen fällig werden.

Ein Priester redet

Bildlegende: Bischof Thomas: Versäumnisse der Führung. Keystone

Wegen Zahlungen in Millionenhöhe an die Opfer sexuellen Missbrauchs hat jetzt die katholische Diözese Helena im US-Bundesstaat Montana Konkurs angemeldet.

Es ist die elfte Diözese, die in den USA nach teuren Gerichtsverfahren in finanzielle Schieflage geraten ist. Die Diözese Helena reichte ihren Insolvenzantrag bei Gericht ein, wie der TV-Sender NBC berichtet. Der Schritt erfolgt im Zusammenhang mit einer Entschädigungszahlung über 15 Millionen Dollar.

Versäumnisse der Führung

Bis in die 1980er Jahre sollen in Helena 362 Kinder durch Priester, Nonnen und andere Mitarbeiter missbraucht worden sein. Weitere 2,5 Millionen Dollar wurden für mögliche weitere Betroffene zur Seite gelegt, die Missbrauchsfälle bisher verschwiegen haben.

Helenas Bischof George Leo Thomas entschuldigte sich schriftlich bei den Opfern. Er wolle die mehr als 30 Jahre alten Unterlagen durchpflügen und klären, ob «Versäumnisse der Führung» beabsichtigt waren.