Mit der Waffe in die Vorlesung

Im US-Bundesstaat Texas ist ein umstrittenes Waffengesetz in Kraft getreten. Inhaber einer Waffenlizenz dürfen nun auch auf Hochschulgeländen verdeckt Waffen tragen.

Im US-Staat Texas erlaubt ein umstrittenes neues Gesetz Studenten, bewaffnet zur Vorlesung zu kommen. Das sogenannte «Campus Carry»-Gesetz trat am Montag in Kraft. Es gestattet Studenten, Lehrenden und Besuchern mit Waffenlizenz das verdeckte Tragen von Waffen auf dem Hochschulgelände. Texas hatte das Gesetz im vergangenen Jahr gegen den Widerstand vieler Studenten und Professoren beschlossen.

Privatuniversitäten dürfen Waffen weiterhin verbieten; öffentlichen Hochschulen ist es dem Gesetz zufolge erlaubt, waffenfreie Zonen einzurichten. Das in Texas erlaubte offene Tragen von Schusswaffen bleibt auf Universitätsgeländen weiter untersagt. An den öffentlichen Community Colleges mit ihren nur zwei Jahre dauernden Lehrgängen soll das Gesetz erst 2017 eingeführt werden.

Reaktion auf Amoklauf

Mit dem Gesetz sollen nach Willen der regierenden Republikaner Amokläufer abgeschreckt werden. Das Gesetz tritt auf den Tag genau 50 Jahre nach einem Amoklauf an einer texanischen Universität in Kraft.

Am 1. August 1966 erschoss Charles Whitman vom Uhrenturm der Universität von Texas in Austin 14 Menschen, mehr als 30 wurden verletzt. Auch mehrere andere US-Bundesstaaten erlauben unter bestimmten Voraussetzungen das Tragen von Waffen an Hochschulen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Texas erlaubt offenes Tragen von Waffen

    Aus Tagesschau vom 2.1.2016

    In Texas dürfen seit 2016 legal erworben Handfeuerwaffen in aller Öffentlichkeit getragen werden. Die Bewegung «Open Carry» hatte jahrelang für die Gesetzesänderung gekämpft. US-Präsident Barack Obama kämpft derweil in Washington für strengere Waffengesetzte.