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International Mit menschlichen Schutzschildern gegen den Vormarsch auf Mossul

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat Hunderte Familien aus der Umgebung in die Stadt Mossul gebracht. Sie sollen offenbar als menschliche Schutzschilde dienen, um eine Rückeroberung der Stadt zu erschweren. Laut SRF-Korrespondent Pascal Weber verlangsamt sich derweil die Offensive auf Mossul.

Legende: Video «Reportage aus dem Irak» abspielen. Laufzeit 5:10 Minuten.
Vom 21.10.2016.

IS-Kämpfer haben 550 Familien aus nahegelegenen Dörfern in die Stadt Mossul gebracht. Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Rad al-Hussein, bestätigte in Genf entsprechende Meldungen seiner Behörde. In der Nähe von IS-Einrichtungen sollen die Menschen demnach als menschliche Schutzschilde gegen die Rückeroberung durch Koalitionstruppen missbraucht werden.

Die Angaben decken sich mit Aussagen von Bewohnern aus den letzten Tagen. Die Behörde der Vereinten Nationen untersucht auch Berichte, wonach die Terrormiliz etwa 40 Bewohner eines Dorfes bei Mossul getötet habe.

Seit Beginn der Offensive auf Mossul zu Wochenbeginn hat die Allianz aus Armee, Peschmerga-Kämpfern und sunnitischen Milizen zahlreiche Orte im Umland der letzten IS-Bastion erobert. Mittlerweile steht die Allianz rund 20 Kilometer vor der Stadt.

«Die erste Phase der Offensive gegen Mossul ging eher etwas schneller vonstatten als geplant», so Pascal Weber, SRF-Korrespondent in Erbil. «Dass die Befreier von Mossul nun in der zweiten Phase – die jetzt so langsam beginnt –, auf erbitterten Widerstand stossen und ihr Vormarsch teilweise gebremst wird, war zu erwarten. Genauso war zu erwarten, dass der IS versuchen würde mittels Terrorakte im Rücken der Truppen diesen Schaden zuzufügen.»

Was hier allerdings tatsächlich grosse Angst mache, sei die Frage wie sich der IS gegenüber den Zivilisten verhalten werde, wenn der Kampf nach Mossul gelange, so Weber. Das wisse hier niemand und dies könne die Offensive tatsächlich sehr stark verlangsamen.

Legende: Video «Einschätzungen von SRF-Korrespondent Pascal Weber» abspielen. Laufzeit 2:10 Minuten.
Vom 21.10.2016.

Rückeroberung in vier Phasen

Die Rückeroberung von Mossul soll laut Weber in vier Phasen stattfinden. «In der ersten Phase die bereits mehrheitlich abgeschossen ist, ging es hauptsächlich darum mehrheitlich unbewohnte kleinere Dörfer in der weiteren Umgebung von Mossul zu befreien.»

«Die zweite Phase hat jetzt so langsam begonnen. Da geht es darum, grössere Ortschaften in denen auch noch viele Zivilisten leben und die näher bei Mossul gelegen sind, zu befreien. Und da stossen die Befreier offenbar auf ganzen starken Widerstand. Vor allem viele Selbstmordattentäter bremsen den Vormarsch immer wieder.»

In der dritten Phase sollten die irakischen Streitkräfte vor allem dann so langsam gegen die ersten Vororte von Mossul vorrücken. «Sie hoffen, dass sie das bis Ende nächster Woche erreichen können bevor es dann an die letzte Phase geht: Nämlich nach Mossul selbst hinein vorzustossen.»

Tausende auf der Flucht

In der Ebene vor Mossul finden aktuell schwere Schlachten statt. Die Islamisten haben das Gelände vermint und sprengstoffbeladene Autos deponiert. Immer wieder sorgen Explosionen für Tote und Verletzte, die Ambulanzen sind hoffnungslos überlastet.

Zudem trieb die Offensive laut UNO-Angaben in den letzten Tagen gegen 6000 Menschen in die Flucht. 3700 von ihnen hätten allein am Mittwoch die Flucht ergriffen, sagte ein Sprecher von Generalsekretär Ban Ki Moon. Die Betroffenen würden von humanitären Helfern unterstützt.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Was denn sonst hätte der Westen erwartet? Ehrlich, manchmal denke ich, dass die Mächtigen mit dem Kopf des Feiden nicht denken können. Wobei die einzige Erfolgsstrategie wäre, sich Tatsachen zu stellen und den Feinden kennenzulernen. Echt, es tut mir einmal mehr leid, aber der Trump hatte recht: die zwei genannten US-Generäle drehen sich im Grab, bei so viel Inkompetenz. Und Hillary annunciert diese Schlacht sachlich in der 2. Debatte und befürwortet die ganze Übung. Tragisch...
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    1. Antwort von Marc Hofer (M. Hofer)
      @Manuela Tja dann laden sich doch mal den Trump ein und gehen mit ihm zu denTerroristen IS und machen ein gemütliches Meeting, man muss ja schliesslich nur miteinander reden!?! Vielleicht kommt ja Putin auch noch mit und dann noch ein paar von den Rechtsextremisten aus CH. Wird sicher eine gemütliche Runde in Mossul.
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    2. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      @Hofer: Wenn Sie die Debatte verfolgt hätten, dann wüssten Sie, was Trump wegen Mossul vorgeschlagen hat und was er über Putin in Wirklichkeit gesagt hat. Aber halt... deutsche Sprache schwere Sprache... Über Englisch reden wir hier gar nicht.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Der VICE News Journalist Aris Roussinos welcher mit den Kämpfern an der Front in Mossul unterwegs ist, schrieb auf seinem TwitterAccount folgendes: Both Pesh and Iraqi Army are deeply unhappy with the level of air support they're getting from the Western coalition und: ISF officer: "the coalition won't destroy families of ISIS, but the Iraqi Air Force will; this is why the Iraqi Air Force is better."
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Wer unterstützt diese mörderischen, korrupten Regierungen weltweit mit Kriegsmaterial, Geld, etc - die Schweizer Regierung unterstützt lukrative "Geschäften" gegen Menschenleben aus egoistischen, skrupellosen, profitgierigen Motiven - "Wirtschaftlichkeit" um jeden Preis!!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Sie sind also nicht unbedingt dafür dass man den IS bekämpft?
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