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International Mohn und Morphium auf Schiff von Greenpeace?

Russlands Justiz ist in Sachen Greenpeace mit Feuereifer bei der Sache – ein Umstand, den Russen sonst nur vom Hörensagen kennen. Jetzt fanden die Ermittler angeblich Drogen auf dem Schiff. Greenpeace dementiert und macht Russland ein neues Angebot.

Legende: Video Funde auf Greenpeace-Schiff abspielen. Laufzeit 0:30 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 09.10.2013.

Die russischen Behörden legen den festgenommenen Greenpeace-Aktivisten ausser «bandenmässiger Piraterie» weitere «schwere Verbrechen» zur Last. Auf dem in der Arktis aufgebrachten Schiff «Arctic Sunrise» seien Drogen und andere illegale Güter entdeckt worden Dies teilten die Ermittler in Moskau mit.

Auf der «Arctic Sunrise» sei «offenbar Mohn und Morphium» aufbewahrt worden, hiess es in einer schriftlichen Erklärung. Die neuen Vorwürfe werden demnach gegen einige der 30 festgenommenen Greenpeace-Aktivisten erhoben, denen bereits nach den bisherigen Vorwürfen bis zu 15 Jahre Haft drohen.

«Man kann dort finden was man will»

Die Umweltorganisation wies die jüngsten Vorwürfe zurück. Die eigenen Regeln würden Drogenbesitz verbieten, sagte der Jurist Michail Krejndlin der Agentur Interfax.

Zudem liege das Schiff schon lange ohne Crew im Hafen von Murmansk vor Anker. «Ich will niemanden beschuldigen, aber dort kann man finden, was man will», sagte Krejndlin.

Vorwurf der Piraterie

30 Umweltschützer aus 18 Ländern hatten am 18. September versucht, eine Bohrinsel des russischen Gazprom-Konzerns in der Arktis zu entern, um auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung in dem Gebiet aufmerksam zu machen.

Ihr Schiff wurde jedoch von der russischen Küstenwache aufgebracht und nach Murmansk geschleppt. Seither sitzen die wegen «bandenmässiger Piraterie» angeklagten Umweltschützer in Untersuchungshaft.

Legende: Video Greenpeace – gefährliche Mission abspielen. Laufzeit 76:00 Minuten.
Aus Club vom 08.10.2013.

Entlassung der Aktivisten auf Kaution?

Greenpeace-Chef Kumi Naidoo bat inzwischen um ein Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Naidoo bot ausserdem schriftlich an, für die Umweltschützer im Falle ihrer Freilassung persönlich zu bürgen.

Er sei bereit, bis zur Klärung der Angelegenheit nach Russland zu ziehen, schrieb Naidoo an Putin. Sollten die angeklagten Aktivisten auf Kaution entlassen werden, biete er sich als «Garant» für deren «gute Führung» an.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Ich finde es schon gut, was Greenpeace so alles macht. Aber wenn man in dieser Spitzengruppe arbeitet, muss man auch mit Schlägen rechnen. Wenn ich die Russen wäre, würde ich mich auch dagegen wehren und denen mal zeigen, ob man sich alles gefallen lässt oder nicht. Das ist ja gerade das was bei uns fehlt.
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    1. Antwort von R.Käser, Zürich
      @Roe, was ist ihr Beitrag gegen den rücksichtslosen Raubbau der Natur. Leben Sie in einer Nebenwelt die von der weltweiten Umweltschädigung nicht betroffen ist? Es ist Zeit, dass alle Menschen auf dieser überbevölkerter Welt aufstehen und sich nachhaltig weiter endwickeln und endschlossen gegen die Zerstörung UNSERER Erde resolut vorgehen. Greenbeace bekommt von mir einen extra Beitrag.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Nein, Hippis und Drogen - das gehört einfach nicht zusammen! Alle Hippis sind sauber - muaha ha ha :D
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  • Kommentar von Karin Fehr, Zürich
    Traurig,wie man diese Leute jetzt fertig machen will.Sie sollen anscheinend ein für allemal ausgeschaltet werden!Auf die mieseste Art!Dabei ist es gut,dass diese Leute etwas unternehmen gegen die Umweltzerstörung.Und zwar gerade auf diese Art!Denn die Ausbeutung der Natur wird auch knallhart durchgezogen!Wie man ja jetzt sieht! Hier also einmal ein grosses Dankeschön an die Greenpeace-Leute.
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